Freiluftkino am Verseufer in Altenmühle

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Der „Lenne“-Bagger von Markus Hempel von der Firma Ossenberg leistet auch an der Verse gute Dienste – auch an dieser Stelle wird das Flussufer mit Findlingen versehen. Dahinter ist eine neue Kiesbank zu sehen, die durchaus zum Betreten des Flusses einladen soll.

Werdohl - „Das sind Baumaßnahmen, die wirklich Freude machen“ – Peter Erwig von der Hochbauabteilung der Stadt ist überzeugt davon, dass das viele Geld für die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie sehr gut angelegt ist. 155 000 Euro kosten die Arbeiten in zwei Bereichen in Altenmühle, die Stadt übernimmt davon zehn Prozent.

Erwig: „Mit relativ wenig Aufwand können wir hier sehr viel für unsere Lebensqualität tun.“ Der stellvertretende Fachbereichsleiter weiß um die immerwährende Kritik bestimmter Bürgerinnen und Bürger, die gerne von Steuerverschwendung reden und solches Geld an anderen Stellen sinnvoller angelegt sehen.

Erwig sieht das anders, persönlich und fachlich: An der Verse werde das Gewässersystem ökologisch verbessert, und der Mensch könne einfach besser leben in einer wieder intakt gebrachten Umwelt. So sagt er mit Überzeugung: „Ohne gesunde Gewässer gefährden wir Menschen unsere Lebensgrundlage.“ Deshalb sei jeder Euro an der Verse gut angelegt, die jetzt schon seit Jahren nach und nach ökologisch aufgewertet wird.

Peter Erwig hockt auf einem der Findlings-Steine, die tatsächlich auch als Sitzgelegenheiten am Fluss benutzt werden sollen. Der Blick auf die neue Verse-Insel ist einmalig

Im Bereich des Schützenplatzes in Altenmühle ist die Verse ganz leicht umgelenkt worden. Mit dem Bagger ist eine Verzweigungsrinne ausgehoben worden, dadurch entstanden zwei Inseln in der Verse. Das werden Ruhezonen für Wasservögel und anderes Getier. Für die Menschen sind an das abgeflachte Verseufer viele Findlinge verteilt, auf denen man sitzen und auf die Verse schauen kann.

Erwig spricht von Freiluftkino und naturnahem Erlebnisraum: Es ist durchaus erwünscht, im Sommer die Schuhe auszuziehen und durch die Verse zu spazieren. Die Verse war über eine lange Strecke mit einem Jägerzaun abgegrenzt. Der ist weggerissen, der Zugang zum Fluss ist hier wieder überall möglich.

Alte Baumstuken sind umgekehrt wieder eingegraben worden, das Wurzelwerk in Wassernähe bietet Schutz für Kleintiere, Fische und Insekten. Besonders kleinere Fische mögen das unterspülte Wurzelhaus, wenn sie sich damit allerdings auch in Lebensgefahr bringen: Erwig spricht hier von „Imbissstuben“ für Kormorane und Reiher. Einige kranke Eschen mussten gefällt werden, es sind aber auch Neuanpflanzungen geplant.

Zwei neue Inseln sind durch die Wasserbaumaßnahme entstanden. Als Wellenbrecher dienen Steine, vergrabene Baumstuken mit Wurzeln geben Fischen und Kleintieren Lebensraum.

Seit Monaten führt die Verse extrem wenig Wasser, die Renaturierungsarbeiten sind natürlich für einen höheren Wasserstand berechnet und ausgeführt. Erwig: „Jetzt sieht alles noch etwas kahl aus, aber in spätestens zwei Jahren ist hier alles wieder total grün. So soll es sein.“

Der erste Bauabschnitt direkt am Schützenplatz ist so gut wie fertig, es muss nur noch der Erdaushub abgefahren werden. Der zweite Abschnitt flussabwärts wird anschließend in Angriff genommen.

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