Werdohler Familiengeschichten

Werdohler Familiengeschichten

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Jörg-Klaus Lengelsen (rechts) überreichte Heiner Burkhardt je ein Exemplar seiner Familienchroniken für den Heimat- und Geschichtsverein.

Werdohl - „Ahnenforschung ist ein schönes und spannendes, aber auch ein sehr zeitaufwendiges Hobby“ – zu dieser Erkenntnis fand Jörg-Klaus Lengelsen, als er sich nach Beendigung seiner Architekten-Laufbahn bereits vor 13 Jahren mit seiner Herkunft und der seiner Vorfahren zu beschäftigen begann. Heraus kam ein fast 200 Seiten umfassendes Buch über seine Familie, deren Chronik sich bis ins Jahr 1601 zurückverfolgen ließ.

Die Spuren führten damals bis nach Florida, wo Gilbert und Bonny Lengelsen als letzte Familienmitglieder der amerikanischen Linie lebten. Die Recherchen, die Jörg-Klaus Lengelsen zum Teil gemeinsam mit dem ehemaligen Drahtzieher Ernst Lengelsen aus Altena betrieben hatte, weckten bei dem in Kleinhammer lebenden Ahnenforscher zugleich frühzeitig das starke Interesse, parallel auch die Familien zu erforschen, die mit den Lengelsens zum Teil über Jahrhunderte verbunden waren und sind. Heraus kamen vier Jahre nach dem ersten Buch zwei weitere Chronik-Bände mit insgesamt etwas mehr als 700 Seiten.

Die ersten beiden Exemplare aus einer sehr begrenzten, aber erweiterbaren Auflage überreichte Jörg-Klaus Lengelsen kürzlich Heiner Burkhardt, dem Vorsitzenden des Werdohler Heimat- und Geschichtsvereins. Der wiederum wusste kaum, wie er seine große Freude über dieses Geschenk in Worte fassen konnte, zumal es hier um 35 Familien mit auch heute noch sehr klangvollen Namen geht. Er freue sich und sei dankbar, dass Lengelsen dem Heimat- und Geschichtsverein diese Arbeiten zur Verfügung gestellt habe.

Sie seien nicht nur aus Sicht des Vereins und des Stadtmuseums, sondern vor allem auch für die Werdohler Familien interessant, deren Spuren bis weit in die Vergangenheit verfolgt worden sind. Diese Bücher, so kündigte Heiner Burkhardt an, können eingesehen werden, und auch die Anfertigung von Kopien solle ermöglicht werden. Interessenten können sich an ihn oder an Reinhild Wüllner-Leisen bei der Stadtverwaltung wenden.

Hauptsächlich, so erläuterte der Ahnenforscher Lengelsen, habe er sich Familien gewidmet, aus denen Frauen oder Männer in die Sippe der Lengelsens eingeheiratet haben. Darüber hinaus befasste er sich mit Familien, die in der Vergangenheit Nachbarn der Lengelsens waren. Dabei tauchten dann Namen auf, die auch für die Menschen von heute ein Begriff sind und besonders intensiv erforscht worden sind.

Am Beispiel Vossloh machte der Autor deutlich, dass er weit mehr über die Geschichte der Familie gefunden hat, als bisher bekannt und veröffentlicht worden ist. Andere Namen sind von der Crone, Eick, Dowy, Dösseler, Duisberg, Crone, Fischer, Hopmann, Klüppelberg und Kölsche, um nur einige weitere an dieser Stelle zu nennen.

Festgehalten ist in der akribisch und auf wissenschaftlicher Basis verfassten Arbeit natürlich auch, wo die 35 Werdohler Familien einst gelebt haben. Die Familie Reuner beispielsweise, so kann man nachlesen, hatte ihren Kotten in dem heute noch bestehenden Anwesen Lengelsen. Die Familie von der Crone lebte auf dem Kronen-Gut neben dem Midderhaus-Gut, das die von der Crones etwa um 1735 herum erworben hatten, nachdem der Besitzer mit 36 Jahren verstorben war und seine Witwe das Gut nicht mehr hatte bewirtschaften können. Zehn Jahre danach tauchte der Name der Familie Eveking auf, die auf dem Kronen-Hof gelebt hat. Ob sie aber das Gut gekauft oder gepachtet hat, musste der Autor offen lassen, weil eine entsprechende Festlegung nicht durch Urkunden belegbar ist.

Natürlich ist das nicht das Ende der Geschichte rund um die Recherchen in Archiven, alten Chroniken, Kirchenbüchern, Familienbibeln oder im Internet. So gibt es auch Spuren zum Neuenhaus-Gut zu Pungelscheid. Dort lebte die Familie Mayweg in Nachbarschaft zu den Lengelsens im Platzhaus-Gut. Beide Anwesen hatten die genannten Familien 1825 von Freiherr von Kaynach, dem Besitzer der Burg Pungelscheid und der Neuenhofschen Güter, erworben.

Und wen es interessiert: Band 1 mit 27 Familien kann für 27 Euro, Band 2 mit 13 Familien für 20 Euro bei Jörg-Klaus Lengelsen erworben werden. Erreichbar ist der Ahnenforscher aus Kleinhammer telefonisch über die Rufnummer 0 172/5 81 45 63.

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