Geld für Schulen auch in Werdohl

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Auch für den Einsatz von Tablets im Unterricht könnte das Geld verwendet werden.

Werdohl - Mit einem milliardenschweren Investitionsprogramm für die Kommunen will die Landesregierung die Schulen im Land auf Vordermann bringen. Auch Werdohl könnte davon profitieren, meint die Werdohler Bürgergemeinschaft (WBG) und wendet sich mit einem entsprechenden Antrag an den Stadtrat, der am 26. September tagt.

„Mit dem Programm „Gute Schule 2020“ wollen wir die Schulen in den kommenden vier Jahren fit für die Zukunft machen“, ließ sich Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) in diesem Sommer zitieren. Das Programm stelle sicher, dass für die Städte und Gemeinden in den nächsten vier Jahren insgesamt zwei Milliarden Euro – ab 2017 jedes Jahr 500 Millionen Euro – für die Renovierung von Gebäuden und Klassenzimmern, aber auch für die IT-Ausstattung zur Verfügung stehen. Die Kommunen sollen für das Programm nichts außer guten Plänen und Ideen für die Projekte beisteuern müssen.

Das Förderprogramm soll in Form von Kommunalkrediten vollständig über die NRW-Bank abgewickelt werden. Die NRW-Bank wird dabei als Kreditgeber fungieren, die Kommunen als Kreditnehmer. Tilgung und Zinsen werden allerdings komplett durch das Land übernommen, das dabei die derzeitige Nullzins-Phase ausnutzt. Anders als im Konjunkturpaket II, dessen Schwerpunkt die energetische Sanierung war, soll nun von der Schultoilette bis zum Whiteboard, von der Schadstoffsanierung bis zum barrierefreien Ausbau und von Räumen für den Ganztag bis zum Ausbau der digitalen Infrastruktur alles finanziert werden dürfen.

Die Veröffentlichung der Richtlinien soll direkt nach der Verabschiedung des Programmes Ende September erfolgen. Vielerorts sitzen die Politiker und Verwaltungsmitarbeiter schon in den Startlöchern, um Vorschläge zu ersinnen, wie dieses Geschenk am besten zu verwenden ist. Auch Werdohl soll nach dem Willen der WBG Gebrauch von dem Landesprogramm machen. „Grundsätzlich denkbar ist alles, was die Gebäude oder Klassenräume verbessert“, sagt Fraktionssprecher Volker Oßenberg. Auch die Verbesserung von EDV-Netzwerken, Wlan-Verbindungen oder die Einrichtung digitaler Klassenräume seien mögliche Bereiche, in denen das Geld eingesetzt werden könnte.

Und die WBG drückt aufs Tempo: „Da das Förderprogramm bereits im Frühjahr 2017 starten und der Förderaufruf kurzfristig erfolgen solle, duldet die Vorbereitung möglicher Projektanträge keinen Aufschub“, formuliert Oßenberg in dem Antrag an den Rat. Die Verwaltung solle dem Schul- und Sportausschuss jetzt schnell Vorschläge unterbreiten, welche Maßnahmen an den Werdohler Schulgebäuden zur Förderung angemeldet werden könnten. Auch die Schulleitungen sollen nach dem Willen der WBG in diese Überlegungen einbezogen werden. Wieviel Geld überhaupt nach Werdohl fließen könnte, ist noch völlig offen. Im Gespräch ist derzeit ein Verteilungsschlüssel, nach dem 50 Prozent der Mittel analog der Schulpauschale und 50 Prozent nach der jeweiligen Finanzkraft der Kommune zugewiesen werden. Das soll sicher stellen, dass besonders finanzschwache Kommunen von dem Landesprogramm profitieren können.

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