Apotheker raten zu frühzeitiger Reiseplanung

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Kenan Karakas, Inhaber der Neuen Apotheke, rät jedem Urlauber zu einer gründlichen Reisevorbereitung.

Werdohl -  Ferienzeit ist Reisezeit: Doch nicht selten erleben Urlauber ein böses Erwachen. „Reisende sollten sich vor dem Abflug gründlich Gedanken machen. Was bringt einem ein Urlaub, wenn man dort an Banalitäten wie Erkältung oder Durchfall leidet“, sagt Kenan Karakas, Inhaber der Werdohler Neuen Apotheke. Zu einer guten Vorbereitung auf den Urlaub gehöre deshalb auch die richtige Reiseapotheke, so der Pharmazeut.

Die Bandbreite der Erkrankungen kann – je nach Urlaubsort – breit sein: Von Darminfektion über Reisekrankheit bis hin zu Sonnenbrand und Hitzschlag kann Urlaubern viel zustoßen, weiß der Apotheker. „Allgemein sollte man differenzieren, in welches Land man reist und was für einen Aufenthalt – etwa einen Pauschal- oder einen Rucksackurlaub – man plant“, sagt Kenan Karakas.

Entscheidend sei die Vorbereitung: „Eine gute Reiseapotheke im Gepäck heißt, dass man die Sicherheit von zu Hause auch im Urlaub dabei hat.“ Angefangen bei der richtigen Sonnencreme über Heftpflaster und Mullbinden bis hin zu Insektenschutz, Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen gehören in jeden Koffer, betont Karakas.

„Hier in Deutschland gilt für das Trinkwasser eine gesetzliche Obergrenze von zehn hoch zwei Bakterien pro Kubikmeter. In anderen Ländern ist das nicht so, die Einwohner dort sind an höhere Bakterienkonzentrationen gewöhnt. Die Folgen für Fremde können etwa Fieber und Durchfall sein. Auch eine sogenannte Gewürzunverträglichkeit kann zu Sodbrennen, Völlegefühl, Bauchschmerzen oder Verstopfungen führen“, so Kenan Karakas.

Auch sollten Urlauber, die täglich Medikamente, wie stärkere Schmerzmittel oder Insulin, nehmen müssen, an international anerkannte Bescheinigungen über ihre Arzneimittel und an die teilweise speziellen Lagerungsbedingungen einzelner Mittel denken, rät Ursula Fay, Inhaberin der Stadt-Apotheke.

Doch nicht nur das Essen und Trinken können für Urlauber gefährlich sein. Auch die Sonne birgt ein Gefahrenpotential. „Gegen einen Hitzschlag gibt es nichts Pharmazeutisches. Deshalb sollte man zur richtigen Tageszeit und niemals in den Mittagsstunden in die Sonne gehen. Am besten ist es, wenn man zwischen 9 und 11 sowie zwischen 16 und 18 Uhr sonnenbadet“, erklärt der Apotheker Karakas.

Die Vorbereitung auf den Urlaub sollten nicht erst wenige Stunden vor Reiseantritt erfolgen, darauf weist Karakas hin, „Für viele wichtige Impfungen gibt es längere Immunisierungszeiten.“ So dauert es alleine bei den gängigsten Impfungen für Reisen ins Mittelmeergebiet teilweise ein bis zwei Wochen, bis das Mittel wirkt. „Generell sollten sich Urlauber neben den normalen Grundimmunisierungen gegen Tollwut und Tetanus je nach Reiseland zum Beispiel auch gegen Hepatitis A und C impfen lassen“, sagt Kenan Karakas. Dies kann auch Ursula Fay bestätigen: „Viele Menschen fahren doch sehr blauäugig in die Ferien, gerade was Impfungen angeht.“

Um sicher zu sein, welcher Schutz für das entsprechende Land angebracht ist, sollten Reisende den Informationen der Ständigen Impfkommission (STIKO) folgen, raten die Pharmazeuten. Die Kostenübernahme durch Krankenkassen werde durch die Empfehlungen der Kommission häufig gewährleistet, sagt Kenan Karakas.

Besonders für Risikogruppen, etwa Schwangere, Kinder oder Senioren, gelte eine besonders sorgfältige Vorbereitung auf den Urlaub. „Gerade werdende Mütter sollten sich über alternative Medikamente, zum Beispiel homöopathische Mittel informieren. Wir Menschen sind alle nicht von der Stange. Deshalb sollte sich jeder speziell beraten lassen“, sagt Karakas.

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