Werdohl sucht Eigenprofil für die „weiße Industrie“

Die Stadt .

Werdohl - Die Stadt Werdohl soll ein touristisches Eigenprofil entwickeln, um damit den Tourismus vor Ort entwickeln zu können. Diese Empfehlung hat am Montagabend der Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung (Ustea) ausgesprochen.

Die Stadtverwaltung hatte in einer Beratungsvorlage für die Politiker den Ist-Zustand in Werdohl analysiert, konzeptionelle Grundgedanken angestellt und auch Handlungsempfehlungen ausgesprochen, wie Rahmenbedingungen und Infrastruktur für die Entwicklung des Fremdenverkehrs geschaffen werden könnten, um die „weiße Industrie“ zu fördern. Dies dürfe nämlich nicht dem Zufallsprinzip überlassen werden, sondern bedürfe der Festlegung eines auf Langfristigkeit und Nachhaltigkeit angelegten Profils, hieß es in dem Papier. Dabei solle das Profil zwar nicht auf einzelne gewerbliche Tourismusanbieter zugeschnitten sein, müsse die lokalen Akteure auf diesem Gebiet, also das Übernachtungs- und Gastronomiegewerbe, den Handel und andere Dienstleister, aber sehr wohl einbeziehen. Dazu müsse allerdings das finanzielle Engagement der Stadt in diesem Bereich ausgeweitet werden.

Diesen Überlegungen konnten die Mitglieder des Ausschuss gut folgen. Einstimmig sprachen sie sich dafür aus, dass Werdohl ein touristisches Eigenprofil entwickeln solle. Dabei sollen die Tourismusakteure vor Ort ebenso berücksichtigt werden wie vorhandene überörtliche Strukturen, von denen Werdohl beispielsweise durch seine Mitgliedschaft in Tourismusverbänden oder durch das Regionale-Projekt LenneSchiene profitiert.

Allerdings warnten mehrere Ausschussmitglieder vor übereiltem Handeln. Beispielsweise stellte WBG-Sprecher Volker Oßenberg die Frage nach den Kosten und regte an, durch einen Wettbewerb die Bevölkerung in diesem Prozess mitzunehmen. Dies waren auch Fragen, die den Ausschussvorsitzenden Jürgen Henke (SPD) umtrieben: Wie können die Bevölkerung und andere Beteiligte eingebunden werden, und wie kann sich die Stadt trotz der durch den Stärkungspakt auferlegten Beschränkungen finanziell engagieren?

Zumindest in der Kostenfrage hofft Bürgermeisterin Silvia Voßloh schon bald für mehr Klarheit sorgen zu können. Bis zur Sitzung des Hauptausschusses am 29. Februar glaubt sie Zahlen vorlegen zu können. Der Hauptausschuss wird sich ohnehin noch mit dem Thema beschäftigen müssen, weil er bereits den Finanzrahmen abstecken soll. Weil dazu auch die Auswahl eines Prozessmanagers gehört und dabei Vertragsangelegenheiten berührt werden, müssten diese Dinge allerdings im nichtöffentlichen Teil der Sitzung behandelt werden, erklärte Voßloh. Die endgültige Entscheidung hat schließlich am 14. März der Rat zu treffen.

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