Werdohl wächst auf dem Papier

Durch energetische Sanierung soll dem Klimaschutz Rechnung getragen werden.

Werdohl -  Werdohl wächst – zumindest auf dem Papier. Die Statistiker des Landesbetriebes it.NRW haben jetzt ausgerechnet, dass die Zahl der Wohnungen zwischen 2010 und 2014 um 26 auf 9219 gestiegen ist. Das entspricht einer Zunahme von 0,3 Prozent. Im Landesdurchschnitt lag dieser Wert bei 2,2 Prozent.

Laut it.NRW hat Werdohls „Durchschnittswohnung“ 4,4 Wohnräume, ist insgesamt 85,7 Quadratmeter und wird von exakt 2,0 Personen bewohnt.

Immer mehr Wohnungen für immer weniger Einwohner? Ingo Wöste rät bei der Bewertung solcher Angaben zur Vorsicht. Die Statistik mache keine Angaben darüber, wie viele Wohnungen auch tatsächlich zur Verfügung stünden, sagt der Geschäftsführer der WoGe: Heruntergekommene und deshalb kaum vermietbare Wohnungen seien darin schließlich ebenso enthalten wie die Einliegerwohnung im Eigenheim, die dessen Eigentümer inzwischen lieber selber nutzt. „Die reine Menge der Wohnungen sagt also gar nichts aus“. lautet seine Überzeugung. Wenn es um die Vermietung gehe, dann gehe Qualität vor Quantität: „Manchmal investieren wir 30 000 Euro in eine Wohnung, bevor wir sie wieder vermieten können“. Zu solch hohen Investitionen seien andere Vermieter oft nicht in der Lage oder nicht bereit.

30 Mio. Euro habe die WoGe in den vergangenen zehn Jahren investiert, berichtet der Immobilienkaufmann. Neben der Sanierung einzelner Wohnungen und Häuser wurden die beiden Nachbarschafthilfezentren in Ütterlingsen und in Pungelscheid geschaffen.

Gerade damit stelle sich das Unternehmen den Herausforderungen der Zukunft, meint Wöste. Der demografische Wandel sei nicht wegzudiskutieren – „also müssen wir uns dem stellen“. Gleiches gelte für den Klimaschutz, dem die WoGe durch energetische Verbesserungen ihres Bestandes Rechnung trage.

Wöste ist der Überzeugung, dass die nächste große Herausforderung bereits vor der Tür steht: Auch die Wohnungswirtschaft sei gefordert, ihren Teil zur Integration der Flüchtlinge beizutragen – zumindest derjenigen, die eine Aufenthaltsgenehmigung erhielten und damit aus den Sammelunterkünften auf den freien Wohnungsmarkt „entlassen“ würden. Kein ganz neues Thema für die WoGe: Sie hat nach 1945 im großen Stil Wohnraum geschaffen, um Vertriebene unterzubringen.

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