Stundenlange Verhandlungen

VDM: Betriebsrat erzielt Einigung

Ralf Springob vom Betriebsrat ist zufrieden mit der Einigung.

Werdohl/Altena - Der Verkauf der ThyssenKrupp-Tochter VDM an den Finanzinvestor Lindsay Goldberg Vogel (LGV) ist unter Dach und Fach, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Zuvor hatten sich in der Nacht auf Freitag nach stundenlangen Verhandlungen der VDM-Gesamtbetriebsrat und die IG Metall mit dem Käufer auf eine „Best-Owner-/Fair-Owner-Vereinbarung zur Zukunft der VDM“ geeinigt.

„Wir haben die für uns wesentlichen Punkte erreicht“, zeigte sich Ralf Springob, Altena, stellvertretender Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates, am Freitag zufrieden mit diesem Verhandlungsergebnis. Die Vereinbarung gilt bis zum 30. September 2019 und enthält unter anderem eine Garantie für alle VDM-Standorte, darunter Werdohl und Altena. Tarifverträge sollen weiterhin gelten.

Weiter Investitionen und Forschung

„Betriebsbedingte Kündigungen sind bis zum 30. September 2016 ausgeschlossen. Danach muss die IG Metall hinzugezogen werden“, heißt es weiter in einer Zusammenfassung der Vereinbarung, die der Betriebsrat im Internet unter vdm-igm.de veröffentlicht hat. Die bisherige ThyssenKrupp-Edelstahltochter soll außerdem entsprechend der bisherigen Kapazitäten weiter ausbilden. „Beschlossene Investitionen für den Zeitraum bis Ende 2017 werden umgesetzt, das Forschungs- und Entwicklungsbudget wird weitergeführt und ausgebaut, die betriebliche Altersversorgung bleibt erhalten“, nennt der Betriebsrat weitere Punkte der „Best-Owner-Vereinbarung“.

Das sei ein „sehr gutes Ergebnis“, das die Arbeitsplätze sichere und ermögliche, „die VDM zu einem erfolgreichen Unternehmen zu machen“, wenden sich Gesamtbetriebsrat und IG Metall abschließend an die Mitarbeiter. „Mit dem nun bevorstehenden Eigentümerwechsel – nach Jahren der Ungewissheit – verknüpfen wir auch die Hoffnung, dass wir uns nun alle wieder auf unsere eigentliche Arbeit konzentrieren können“, schreibt der Betriebsrat.

In den vergangenen Tagen hatte es unter den VDM-Beschäftigten einige Unruhe angesichts des möglichen Verkaufs gegeben. Zuletzt hatten sich am Donnerstag hunderte Mitarbeiter aus Werdohl und Altena in Unna im Rahmen einer Betriebsversammlung informiert und ihrer Sorge um ihre Arbeitsplätze Ausdruck verliehen.

Nachdem am Freitag der Verkauf offiziell wurde, äußerte sich auch VDM-Sprecher Philipp Verbnik im Rahmen einer Pressemitteilung. „Geschäftsführung und Mitarbeiter der VDM haben mit den Vertretern von Lindsay Goldberg Vogel im Rahmen des zurückliegenden Verkaufsprozesses intensive Gespräche geführt und haben diese als faire und sehr interessierte Gesprächspartner kennengelernt“, heißt es in dieser Mitteilung. „Wir sind zuversichtlich, unter dem neuen Eigentümer an unsere Erfolge aus den Vorjahren anknüpfen und die Marktposition der VDM Metals weiter ausbauen zu können.“

Von Constanze Raidt

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare