Meinerzhagener Traditionsfirma

Werdohler Stauff-Gruppe übernimmt Voswinkel

Die Firma Voswinkel beschäftigt in Meinerzhagen etwa 250 Mitarbeiter. -  Foto: F. Zacharias

Werdohl - Die Werdohler Unternehmensgruppe Stauff übernimmt den Meinerzhagener Spezialisten für Schnellverschlusskupplungen, die Firma Voswinkel mit 250 Mitarbeitern. Nach 87 Jahren gibt die Familie Voswinkel ihr Unternehmen in andere Hände.

Ab sofort hält Stauff die Fäden in den beiden Meinerzhagener Werken Neugrünenthal und Auf der Koppel in der Hand – Standorte und Arbeitsplätze seien jedoch nicht gefährdet.

Wie die bisherige Voswinkel-Geschäftsführerin Claudia Voswinkel-Schöpp erklärte, sei der Verkauf nicht aus einer Notlage heraus erfolgt, sondern mit Blick in die Zukunft. „Wir stehen im globalen Wettbewerb und hätten die notwendige Expansion nicht alleine bewältigen können“, betonte sie. Daher habe man seit Anfang des Jahres Gespräche mit Vertretern der Werdohler Stauff-Gruppe geführt, mit der man ohnehin seit Jahren Geschäftsfbeziehungen pflege. Zumal der Verkauf an reine Finanzinvestoren nicht in Frage gekommen wäre, so Voswinkel-Schöpp: „Wohl jedes Unternehmen bekommt solche Angebote. Aber wir wollten das Beste für das Unternehmen und die Mitarbeiter.“

Stauff entwickelt, produziert und vertreibt vom Werdohler Stammsitz aus und mit Werken in Ohle und Küntrop Rohrleitungskomponenten und Hydraulikzubehör für den Maschinen- und Anlagenbau sowie für die industrielle Wartung und Instandhaltung. Dabei ist es weltweit gut vernetzt: Stauff besitzt nicht nur Produktions- und Vertriebsniederlassungen in 18 Ländern, sondern außerdem ein flächendeckendes Netzwerk aus Handelpartnern und Werksvertretungen. Davon will nun auch Voswinkel profitieren, das sich als einer der weltweit fünf größten Hersteller von Schnellverschlusskupplungen bezeichnet. Gegründet 1928 in Kierspe-Rönsahl, produziert das Unternehmen heute außerdem Schlaucharmaturen und Rohrleitungen, insbesondere für den Baumaschinen-, Landmaschinen- und Nutzfahrzeugbau. Aus der Bündelung der Geschäftsaktivitäten und der Zusammenführung beider Produktportfolios resultiere nun die Möglichkeit, den Kunden ein Komplett-Paket an Rohrleitungskomponenten für die Fluidtechnik anzubieten, heißt es weiter.

Zwar sitzt die „Mutter“ nun in Werdohl, doch bleibe Voswinkel ein eigenständiges Unternehmen – das seinen Namen außerdem behalte. „Das war mir bei den Verhandlungen sehr wichtig“, sagte Claudia Voswinkel-Schöpp, die das Unternehmen als Vorsitzende der Geschäftsleitung weiterhin gemeinsam mit Heinz-Werner Störmer und Georg Weiland führen wird. Voswinkel-Schöpp will den derzeit etwa 250 Beschäftigten des Unternehmens außerdem die Sorgen vor möglichen personellen Einschnitten nehmen. In der Mitteilung beider Unternehmen ist sogar von einer „Standortgarantie“ für die Werke in Meinerzhagen die Rede.

Die Mitarbeiter seien bereits über die künftige Gesellschaftsstruktur informiert worden, wobei Claudia Voswinkel-Schöpp in ihrer Ansprache auf die gemeinsame Historie der beiden sauerländer Familienunternehmen zurückgeschaut habe. „In dieser Zeit haben sich identische Unternehmenskulturen und Mentalitäten herausgebildet, bei denen das Wohl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Mittelpunkt des unternehmerischen Handelns und Fundament des langfristigen Wachstums darstellen. Ich bin froh und dankbar, dass wir frühzeitig die Weichen für eine zukunftsweisende Unternehmensnachfolge stellen konnten.“

Von Frank Zacharias

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