FSV Werdohl plant große Satzungsänderungen

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Die Mitglieder der FSV Werdohl wollen die Anträge zunächst beraten und im Rahmen einer weiteren Versammlung darüber abstimmen.

Werdohl - Grundlegende Satzungsänderungen, ein möglicherweise bald fehlender Sportplatz und umfangreiche Vorstandswahlen beschäftigten am Donnerstagabend die Mitglieder der FSV Werdohl im Ütterlingser Krug. Mehr als zwei Stunden lang wurde debattiert und abgestimmt und am Ende wurde der Weg für entscheidende Veränderungen bereitet.

Das Ehrenamt wird immer unbeliebter, das bekommen auch die Fußballer deutlich zu spüren. „Ein Verein in dieser Größenordnung ist kaum noch nebenher zu führen“, erklärte der Vorsitzende Thomas Dinter. Zwar werde der Verein in diesem Jahr wohl erstmals seit langer Zeit unter die magische Grenze von 700 Mitgliedern fallen, doch werde die Arbeit nicht weniger – im Gegenteil. Vor allem für den Vorstand müsse sich einiges verändern. Dinter stellte daher einige Anträge zur Satzungsänderung.

„Mitgliedern des geschäftsführenden Vorstandes dürfen Aufwandsentschädigungen gezahlt werden“, lautete der erste Antrag. „Natürlich halte ich diesen Antrag für ein Zeichen des Verfalls des Ehrenamts. Andererseits ist die Führung dieses Vereins anders gar nicht mehr möglich“, betonte Dinter. Zudem beantragte er, dass der sportliche Leiter künftig nicht mehr von der Versammlung gewählt, sondern vom Vorstand bestimmt werden soll. „Damit möchten wir erreichen, dass wir uns sportlich weiterentwickeln, flexibler sind und immer die Leistung im Vordergrund steht“, begründete der Vorsitzende.

Zukunftsweisend ist zudem ein Antrag auf Konsolidierung der Vorstände. Jugend- und Senior-Vorstand sollen zusammengeführt werden. „Wir finden immer schlechter Vorstandsmitglieder. So können wir Kräfte bündeln und voneinander profitieren“, erklärte Dinter. Die Entwicklung lasse es nicht zu, dass diese aus der Geschichte gewachsene Trennung der beiden Gruppen weiterhin aufrecht erhalten werde.

Doch damit nicht genug: Dinter beantragte noch eine Satzungsänderung. Und zwar ist es bisher so, dass im Fall eines Ausfalls des Vorsitzenden durch Unfall, Krankheit oder Tod nur der zweite und dritte Vorsitzende die Geschäfte in Personalunion fortführen dürfen. Da aber nicht gewährleistet werden kann, dass immer beide Posten besetzt sind, soll nun die Ersatzführung durch eine Person möglich sein.

Die Anwesenden stimmten zu, die Anträge zu beraten. Im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung oder der nächsten Jahreshauptversammlung soll darüber entschieden werden. Allerdings sollten sie positiv entschieden werden, denn sonst bekommt die FSV im kommenden Jahr womöglich Probleme: Bei den Wahlen stellten sich einige Mitglieder, unter anderem der zweite und dritte Vorsitzende, nur unter der Prämisse zur Verfügung, dass die Anträge auch umgesetzt werden. Einstimmig bestätigte die Versammlung den Vorsitzenden Thomas Dinter. Zudem wurden gewählt: Rüdiger Backes (zweiter Vorsitzender, Reiner Thöne (dritter Vorsitzender), Gert Scheumann (Geschäftsführer) und Heinz Möller (Pressewart).

Der neue Vorstand wird sich vor allem um das Problem des Rasenplatzes kümmern müssen. Derzeit laufen Gespräche mit der Stadt, das Areal zu übernehmen und dort ein Halbfeld zu errichten. Die ehrenamtliche Unterhaltung der gesamten Fläche hält Dinter hingegen für unmöglich.

Sportlich läuft es derzeit – abgesehen von der zweiten Mannschaft, die sich im Abstiegskampf befindet – wieder gut. „Ich gehe davon aus, dass wir auch im kommenden Jahr Landesliga-Fußball am Riesei sehen werden“, erklärte der sportliche Leiter Carsten Minker. Allerdings kämen immer weniger Zuschauer zu den Spielen der ersten Mannschaft. „Beim Spiel gegen FC Lennestadt waren es 67 zahlende Gäste – davon aber 50 aus Lennestadt“, beklagte Minker. Das müsse sich ändern, schließlich werde am Riesei wieder anspruchsvoller Fußball gespielt. „Die Jungs haben es einfach verdient, dass man sich ihre Spiele anschaut“, betonte der sportliche Leiter.

Von Lydia Machelett

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