Interkultureller Verein unterrichtet Flüchtlinge

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Im Sprachkurs für Flüchtlinge mit Bleibeperspektive werden beim Verein Elif an der Bahnhofstraße in zwei Gruppen knapp 25 Menschen aus Syrien, Iran, Irak und Eritrea unterrichtet.

Werdohl - Deutsche Sprache, schwere Sprache – aber auch die einzige, auf die sich die Lehrer des türkischstämmigen Vereins Elif mit Flüchtlingen aus Iran, Irak, Syrien und Eritrea einlassen. Bürgermeisterin Silvia Voßloh besuchte jetzt das Schulungszentrum des Vereins Elif an der Bahnhofstraße.

Die Schülerinnen und Schüler sprechen persisch und arabisch, Brocken von englisch und französisch, einige noch Dialekte einer Landessprache. Auf der anderen Seite stehen türkischstämmige Lehrer, die ihren wissbegierigen Schülern die neue Sprache ihres zukünftigen Heimatlandes beibringen.

Der Verein Elif mit Sitz in Plettenberg hat sich seit seiner Gründung vor gut fünf Jahren zum Ziel gesetzt, durch Sprache, soziale Aktivitäten und Bildung einen interkulturellen Ausgleich zu schaffen. Bis dato war das Ziel die Verständigung von türkischsprachigen Menschen in der deutschen Umgebung. Der Ansatz, diese Kompetenz des Brückenbauens zwischen Kulturen auch auf Flüchtlinge auszuweiten, kam Ende vergangenen Jahres hinzu. Damals hatte Lothar Jeßegus als Leiter der ehrenamtlichen Werdohler Flüchtlingshilfe auch die türkischen Vereine der Stadt um Mithilfe und Engagement gebeten.

So kamen die Leute von Elif ins Spiel. Elif ist einerseits ein türkischer Vorname, andererseits ergibt sich daraus der etwas holprige Vereinsname „Eltern-, Lese- und interkulturelle Förderung“. Der Hauptsitz ist in Plettenberg, seit knapp drei Jahren hat der Verein auch eine ehemalige Praxis im Bahnhofviertel gemietet. Gegen Kursgebühren gibt es dort Türkischkurse, Hausaufgabenhilfe, Nachhilfe, Malkurse in der Ebru-Technik und Instrumentenkurse für Saz und Ney.

„Als wir damals von Lothar Jeßegus angesprochen wurden, haben wir uns bei der Arbeitsagentur für die Durchführung von Sprachkursen beworben“, erzählen Jugendleiter Fatih Ates aus Lüdenscheid und der Werdohler Kursleiter Arif Tarhan. Für 25 Flüchtlinge mit Bleibeperspektive gibt es eine finanzielle Unterstützung der Arbeitsagentur. Davon werden die Kosten für Lehrer, Sachmittel, Raummiete und Fahrtkosten für die Schüler bezahlt. Interessenten aus Afghanistan zum Beispiel habe es auch gegeben, doch die werden nicht refinanziert.

In zwei Gruppen lernen die Männer und Frauen seit zwei Monaten die wichtigsten Sätze der deutschen Sprache. Zwei Doppelstunden jeden Tag über dreieinhalb Monate ergeben am Ende 320 Schulstunden. Danach kann jeder sagen, dass er in der Osmecke wohnt oder auf dem Bremfeld, kann die Werdohler Postleitzahl und seinen Namen in lateinischen Buchstaben schreiben und weiß, wie die Lebensmittel heißen und wie man beim Arzt über Übelkeit oder Fieber reden sollte.

Bürgermeisterin Voßloh bedankte sich bei den Vereinsvertretern: „Je mehr Menschen sich hilfsbereit erklären, desto besser ist das für unsere Stadt. Ich bin dankbar für die Hilfe und die Arbeit, die sie leisten.“

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