Kinder gehen auf Kinderkreuzweg in sich

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Die Kinder nutzten den Kreuzweg, um in sich zu kehren und einen Moment der Ruhe zu finden.

Werdohl -  Für die Kinder war es ein seltsames Gefühl. Mehr als eine Stunde trugen sie das Holzkreuz durch die Werdohler Straßen. Es war ein relativ kleines Kreuz doch es wurde den Kindern schon schwer. Immer wieder wechselten sie sich ab. Schließlich wollte jeder es einmal tragen.

„Wie mag sich wohl Jesus gefühlt haben, als er das Kreuz tragen musste? Das ist ja schon schwer und er wusste, dass er sterben wird.“ Nele konnte es gar nicht glauben, dass es so gewesen sein könnte. Gemeinsam mit zahlreichen weiteren Kinder nahm sie Karfreitag am Kinderkreuzweg der katholischen Kirchengemeinde St. Michael teil.

Besonders an den Stationen war es ungewöhnlich ruhig. Dann nämlich erzählte Monica Sanchez von Jesu Leidensweg. „Wie sich wohl die Jünger gefühlt haben? Sie hatten Angst, das ist sicher“, sagte die Mitarbeiterin der Kirchengemeinde. Während die Sonne vom Himmel strahlte, die Lenne fröhlich sprudelte und Familien vergnügt am Lenneufer flanierten, nahmen sich die Kinder mit ihren Familien Zeit, innezuhalten.

Seit mehr als 30 Jahren organisiert die Gemeinde den Kreuzweg. Vor allem die Kommunionkinder nehmen daran teil. Organisiert wird die Aktion von Bernadette Gnacke und Monica Sanchez vom Kinderliturgiekreis. „Wir möchten den Leidensweg für die Kinder greifbar machen. Dafür haben wir verschiedene Stationen aufgebaut, an denen Geschichten vorgelesen werden und die Kinder verschiedene Aktionen durchführen“, erklärte Sanchez.

Jede Station hatte zudem ihr eigenes Symbol, das die Kinder auf das Holzkreuz malten. Für die Angst stand beispielsweise ein Blitz. Auffällig sei, dass auch immer mehr Erwachsene sich dem Zug anschlössen. Die Aktion, die einst nur für Kinder geplant gewesen sei, habe sich im Lauf der Jahre zu einer Familienveranstaltung gewandelt. „Eigentlich hat immer die Kolpingsfamilie einen Gang für Erwachsene angeboten“, sagte Sanchez.

Der kleine Zug sorgte für Aufsehen in der Stadt. Gerade an den einzelnen Stationen gesellten sich auch immer wieder Passanten zu der Gruppe und nahmen dankbar die kleinen Glaubensimpulse mit. - lm 

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