Einzelhandel: Bahnhofsviertel besser anbinden

Werdohl braucht einen Fahrradladen, meint Angelina Sobotta von der Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen. -  Foto: Witt

Werdohl - „Wir müssen die Ellenbogen ausfahren und woanders Kaufkraft abziehen.“ Diesen Appell hat Angelina Sobotta von der Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH an die Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung gerichtet. Am Dienstag stellte die Diplom-Volkswirtin das Einzelhandelskonzept vor, das die Zustimmung aller Anwesenden fand.

Sobotta hatte den Werdohlern viele Zahlen mitgebracht: So berichtete sie zum Beispiel, fast 60 Prozent des Umsatzes in Werdohl würden durch die Nahrungs- und Genussmittelbranche erwirtschaftet. „Bekleidung, Schuhe und Schmuck folgen an zweiter Stelle“, erklärte sie.

Im Zuge einer zweiwöchigen Kundenwohnorterhebung im November des vergangenen Jahres hätten die Werdohler Einzelhändler herausgefunden, dass 83 Prozent ihrer Kunden aus dem Stadtgebiet kommen. „17 Prozent kommen von außerhalb, fast zehn Prozent aus Neuenrade und Plettenberg“, berichtete die Diplom-Volkswirtin. Bezüglich der Leerstandsquote in Werdohl zeigte sie sich optimistisch: „Die Quote liegt in Werdohl bei neun Prozent. Verglichen mit anderen Standorten in Nordrhein-Westfalen ist sie tatsächlich nicht überdurchschnittlich hoch.“

"Kernstadt und Bahnhofsviertel besser verknüpfen"

Um den Einzelhandel in Werdohl weiterhin zu stärken, hatte Sobotta Handlungsempfehlungen parat. „Sie müssen die Kernstadt und das Bahnhofsviertel besser miteinander verknüpfen als bisher“, riet sie den Kommunalpolitikern. Die Passage in der Innenstadt präsentiere sich als Einzelhandelsstandort momentan nicht ideal. „Hier besteht Handlungsbedarf“, sagte die Referentin. Abschließend warnte sie die Ausschussmitglieder: „Sie sollten sehr vorsichtig mit dem Thema Parkplatzgebühren umgehen.“

Fahrradhändler wünschenswert

Vorteilhaft für die Stadt sei es, wenn es gelingen würde, einen Händler aus dem Bereich Fahrräder und Zubehör anzusiedeln. „Und zwar im Zentrumsbereich. Ideal wäre auch die Ansiedlung im Bahnhofsbereich,“ stellte Sobotta fest. Auf jeden Fall solle das Fachgeschäft in der Nähe des Flusses angesiedelt sein, um die Erreichbarkeit von der Lenne-Route aus zu gewährleisten.

Auf eine Strategie konzentrieren

Abschließend widmete sich die Diplom-Volkswirtin dem Thema Profilierungsstrategien. „Es standen drei Strategien zur Auswahl: Servicequalität, familien- und servicegerechtes Einkaufen; Fahrradtourismus als Impuls sowie Klimafreundlichkeit.“ Der Einzelhandel müsse sich auf eine Strategie konzentrieren, die dann auf vielen Ebenen umgesetzt werden solle. „Die Strategie Servicequalität, familien- und servicegerechtes Einkaufen kann am ehesten umgesetzt werden,“ erklärte Sobotta. Möglich sei beispielsweise, dass die Werdohler Einzelhändler in diesem Zuge eine gemeinsame Internetseite erstellen. „Denkbar ist aber auch, dass sie einen gemeinsamen Lieferdienst organisieren“, sagte Angelina Sobotta.

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