Annette Kögel gibt Intime Kunst-Einblicke

Das Trio d’Accord spielte ein kleines Konzert mitten im Wohnzimmer – auch das hat bereits Tradition. Martin Theile, Sebastian Hoffmann und Marion Jeßegus spielten unter anderem Werke von Mozart, aber auch bekannte Weihnachtslieder.

Werdohl -  „Kunst muss sich öffnen, zum Betrachter kommen. Nicht umgekehrt. Da ist für viele Menschen die Hemmschwelle zu groß.“ Dieser Meinung ist zumindest die Werdohler Künstlerin Annette Kögel. Unter anderem aus diesem Grund öffnet sie bereits seit neun Jahren am ersten Adventswochenende ihr Atelier an der Neuenrader Straße.

Es ist etwas ganz Besonderes, das merkt der Besucher sofort. Es ist irgendwie intim, ein tiefer Einblick in eine Künstlerseele. Es duftet nach Farben und Kerzen, leise Stimmen dringen nach draußen. Es wird über Kunst, Intentionen und ja – auch über ganz weltliche Dinge gesprochen. Von oben dringt klassische Musik herunter. Aber so richtig schnell will der Besucher nicht zur Musik, zu viel gibt es auf dem Weg nach oben zu entdecken. Wer Kunst liebt, befindet sich in einem kleinen Eldorado.

Los ging die kulturelle Reise im Atelier, das sich in einem kleinen Wintergarten im Erdgeschoss befindet. Zwischen den Regalen mit Farben und anderen Kunst-Materialien hängen Bilder, in Vitrinen wird Schmuck aus Gold und Silber präsentiert. Der stammt allerdings nicht von Kögel, sondern von der befreundeten Künstlerin Dagmar Müller. Außerdem gibt es am Wochenende noch Keramiken von Sabine Schlosser zu sehen. Der Besucher weiß gar nicht so recht, wo er beginnen soll. Während er in Gedanken schwelgt, wird ihm ein Sekt gereicht und Häppchen. Schließlich sollen die Kunstfreunde oder die, die es noch werden wollten, eine kleine Weile verharren und genießen.

Über eine schmale Treppe geht es hinauf in die Wohnung. Der Einblick ins Privatleben der Künstlerin ist besonders. Oder wer hat sich etwa noch nicht gefragt, wie so eine Künstlerin wohl lebt? Kögel auf jeden Fall inmitten von Kunst. An den Wänden hängen zahlreiche Bilder in allen Größen, Formen und Farben. Eines haben alle gemeinsam: Kögels unvergleichliche künstlerische Handschrift, die sich vor allem durch eine gewisse Harmonie auszeichnet. Während der Blick an den Bildern haftet, dringt aus dem Wohnzimmer Musik von Mozart ins Ohr des Betrachters. Dort spielt das Trio d’Accord ein kleines, intimes Konzert. Mittendrin findet sich auch Kögel, sie spricht, wie sollte es anders sein, mit einem interessierten Gast über ihre Kunst. „Es ist toll, dass so viele Menschen kommen. Auch viele die ich gar nicht kenne. Genau so sollte es sein“, freut sich die Künstlerin.

Von Lydia Machelett

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