Wenn die Saiten reißen

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Diese Band hat (nicht nur) den Blues (v. l.): Christian Schwarzbach, Alfons Hefter und Lenz Retzer.

Werdohl - Vor dem Alt Werdohl stand ein blauer Transporter. Auf dessen Motorhaube war ein U-Boot aus dem Beatles-Film „Yellow Submarine“ gemalt. Der Wagen kam aus München. Mit ihm war das Trio rund um Gitarrist Christian Schwarzbach angereist. Der Bluesmusiker spielte in der Musikkneipe. Und mit „Hey Bulldog“, dem überragenden „Taxman“ und dem Gassenhauer „Come Together“ hatte er auch drei Stücke der berühmten Liverpooler mit im Gepäck.

Darüber hinaus spielte Schwarzbach aber auch einige eigene Songs, die rund 40 Prozent seines mehr als zweistündigen Konzertes ausmachten. In seinen Blues mischten sich dabei auch immer wieder Spuren von Hardrock und sogar Country.

Drummer Alfons Hefter spielte seinen Part dazu stoisch vor sich hin. Bassist Lenz Retzer nutzte gleich fünf Saiten und unterfütterte die Songs mit gefühlvollen Rhythmen, setzte aber auch immer wieder mit flinken Fingern reizvolle Kontrastpunkte.

Noch schneller waren die Finger von Schwarzbach, wenn er sein Arbeitsgerät beackerte. Ja, teilweise malträtierte er es sogar. Bei den ersten beiden Stücken nach der Pause rissen ihm an gleich beiden mitgebrachten Gitarren je eine Saite. Doch Hefter und Retzer fingen den gerade gespielten Song auf, bis Schwarzbach eine frische Saite aufgezogen hatte.

Das Publikum war begeistert über so viel Einsatz. Immer wieder gab es Szenenapplaus. Und zum Schluss forderten die Fans in Pöngses Wohnzimmer gleich mehrere Zugaben.

Musik von Jimi Hendrix gab es mit „Wind Cries Mary“ bei diesem Konzert ebenso zu hören wie „Good day for the Blues“ von David Grissom oder „Nowhere Land“ aus der eigenen Feder von Christian Schwarzbach.

Der Bayer unterhielt sich auch immer wieder gerne mit seinen Fans. Er zeigte sich sehr publikumsnah und sympathisch – von Stress keine Spur. Dabei hatte das Trio an diesem Tag wohl fast jeden Autobahnstau mitgenommen. Erst kurz vor Konzertbeginn war die Band im Sauerland angekommen.

Übrigens waren sie eigens für den Gig aus München angereist, wohin sie am Sonntag dann zurückkehrten. Das Alt Werdohl hat in der Szene eben einen guten Ruf – und auch die Zuschauer, die es dort gibt. Schwarzbach kannte die Atmosphäre in der Musikkneipe. Gut ein Jahr zuvor hatte er bereits einmal dort gespielt.

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