Wenige Veranstaltungen betroffen

Lärm-Erlass: Nur theoretische Folgen

Gefeiert wird beim Schützenfest stets ausgelassen. Beschwerden wegen der Lautstärke habe es bisher jedoch nicht gegeben.

Werdohl - „Für Werdohl wird sich nichts ändern“, versichert Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel, nachdem NRW-Umweltminister Johannes Remmel Anfang der Woche den geänderten Erlass zum Freizeitlärm vorstellte. Der besagt in Kurzform: Städte und Gemeinden können jetzt flexibler Feste und Veranstaltungen genehmigen.

Am Dienstag veröffentlichte das nordrhein-westfälische Umweltministerium den geänderten Erlass zum Umgang mit Freizeitlärm. Dieser war zuvor ausführlich mit den betroffenen Kreisen erörtert und abgestimmt worden.

Zentraler Punkt der Neuregelung ist die Erhöhung der Anzahl an Veranstaltungstagen der sogenannten „seltenen Veranstaltungen“ wie Schützen- und Volksfeste von zehn auf 18 pro Jahr. Die Kommunen erhalten damit die Möglichkeit, flexibler Veranstaltungen, bei denen eine Überschreitung der Immissionsrichtwerte zugelassen ist, zu genehmigen. Die Immissionsrichtwerte als zentrale Beurteilungsmaßstäbe behalten ihre Gültigkeit.

Im Vorfeld zum sogenannten Freizeitlärm-Erlass waren besonders seitens der Schützenvereine im Land Befürchtungen laut geworden, existenzgefährdenden Auflagen erfüllen zu müssen. „In Werdohl hat es bisher keine Beschwerden über derartige Veranstaltungen gegeben“, bestätigt Mentzel. Deshalb habe es auch nie Probleme gegeben, dass die Stadt eine Veranstaltung, wie etwa eines der traditionellen Schützenfeste, untersagen musste. „In Werdohl feiert man eben auch nicht jedes Wochenende. Beim Schützenfest, das zentral in der Stadt stattfindet, ist meistens sowieso bereits gegen Mitternacht Schluss“, sagt die Ordnungsamtsleiterin. Bereits jetzt würden die Fest mit großer Rücksicht auf die Anwohner gefeiert.

Die Erhöhung der Zahl der sogenannten seltenen Veranstaltungen auf 18 pro Jahr, die die Verwaltung trotz erhöhter Lärmimmissionen genehmigen darf, sei derzeit ohnehin erstmal eine theoretische Größe, sagt Mentzel. „Denn in Werdohl liegt die Zahl der entsprechenden Brauchtumsveranstaltungen sowieso weit unter der Höchstgrenze.“ Beispiele seien derzeit nur das Schützenfest und die Veranstaltung Genuss am Fluss. „Die restlichen Veranstaltungen finden in einem Zeitrahmen statt, der von der neuen Regelung nicht betroffen sind.“ Der Erlass zielt nur auf Feste, die die Ruhezeiten zwischen 22 und 6 Uhr berühren.

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