Vossloh entlässt in Werdohl bis zu 48 Mitarbeiter

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Der Werdohler Bahntechnik-Konzern reagiert mit Entlassungen auf die schlechte Geschäftsentwicklung im Unternehmensbereich Fastening Systems. Vossloh

Werdohl - Einer guten Geschäftsentwicklung des Gesamtkonzerns zum Trotz hat das Bahntechnikunternehmen Vossloh seinen Beschäftigten am Standort Werdohl in einer Belegschaftsversammlung am Montagnachmittag mitgeteilt, dass in dem am Stammsitz angesiedelten Geschäftsbereich Fastening Systems bis zu 48 Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Das bestätigte das Unternehmen am Dienstag auf Nachfrage.

Als Reaktion auf eine nachhaltig verschärfte Wettbewerbssituation auf verschiedenen Märkten und um den Standort Werdohl zukunftssicher zu machen, seien personelle Einschnitte notwendig geworden, teilte das weltweit in den Bahnmärkten tätige Unternehmen am Dienstag mit. Davon betroffen seien bis zu 48 Arbeitsplätze am Stammsitz in Werdohl. Etwa die Hälfte der Mitarbeiter müsse das Unternehmen auch tatsächlich verlassen, einem weiteren Teil sei angeboten worden, im Unternehmensbereich Fastening Systems neue Aufgaben zu übernehmen. Wieviele Mitarbeiter davon Gebrauch machten, sei noch offen.

Vossloh biete allen betroffenen Mitarbeitern „umfangreichste Unterstützung“ bei der beruflichen Neuorientierung an, betonte eine Unternehmenssprecherin. Diese Unterstützung reiche von Schulungen über die Hilfestellung bei Bewerbungen bis zur konkreten Hilfe bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz.

Andreas Kretschmann, Betriebsratsvorsitzender bei Vossloh Fastening Systems wollte am Dienstag zu den Vorgängen keine Stellung beziehen.

Erst in der vergangenen Woche hatte das börsennotierte Werdohler Traditionsunternehmen in seinem Quartalsbericht noch gute Stimmung verbreitet. „Mit dem Verlauf des dritten Quartals 2015 sind wir zufrieden. Die Erholung von Vossloh wird zunehmend sichtbar. Zudem gibt uns die stabile und plangemäße Entwicklung von Umsatz und Ertrag im Jahresverlauf die Sicherheit, dass wir unsere operativen Planungen für 2015 erreichen“, hatte der Vorstandsvorsitzende Hans M. Schabert erklärt. Damit war aber offenbar die Entwicklung des Gesamtkonzerns gemeint. Der Geschäftsbereich Core Components, in dem Vossloh sein Angebot an Serienprodukten für Projekte der Bahninfrastruktur bündelt und zu dem auch die jetzt von Entlassungen betroffene Vossloh Fastening Systems in Werdohl gehört, hatte weniger Anlass zu Optimismus gegeben. Nach Angaben des Unternehmens ist der Umsatz in diesem Geschäftsfeld in den ersten neun Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 248,6 Millionen Euro auf nur noch 191,6 Millionen Euro gesunken. Ein geringeres Umsatzvolumen in China sowie eine schwächere Geschäftsentwicklung in Thailand, Polen und der Türkei hat Vossloh als Ursachen für diesen Rückgang um 23 Prozent ausgemacht.

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