Vortrag von Peter Jung macht einige Argumente gegen den geplanten Park deutlich

Westpark-Gegner haben Angst vor Zerstörung

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„Der Widerstand hat Gesicht gezeigt“, sagte der WBG-Vorkämpfer Volker Oßenberg im Nachgang zu der Infoveranstaltung zum Westpark im Ütterlingser Krug. Dieter Benninghaus (Bildmitte) unterschreibt hier gerade den Antrag auf das Bürgerbegehren.

Werdohl - Bei der Infoveranstaltung der WBG am Montagabend im Ütterlingser Krug war einiges zu erfahren über die Motivation der rund 60 zumeist älteren Männer und Frauen, die sich gegen den Bau des Westparks aussprechen. Der Beifall für einen Vortrag von Peter Jung kann auch als ein Gradmesser der Zustimmung für seine Kritik vor allem am Pflegezustand städtischer Einrichtungen in der Stadt angesehen werden. Demnach haben die Westpark-Gegner unter anderem Angst vor einer sinnlosen Zerstörung der Anlage und vor Folgen eines Hochwassers.

Andre Steckhan, einer der drei späteren Antragsteller des Bürgerbegehrens, sprach zunächst als unmittelbarer Anlieger. „Alle zwei Jahre haben wir da kniehoch Wasser“, sagte er. Von einem richtigen Hochwasser könne man nicht sprechen, aber es gebe jedes Jahr tiefe Pfützen, es sei nass auf dem Gelände und das Wasser fließe nicht ab. Das Hochwasser-Argument führte auch WBG-Vorkämpfer Volker Oßenberg an. Das Gebiet sei mit HQ 10 gekennzeichnet, was seiner Ansicht nach bedeutet, dass ein Hochwasser alle zehn Jahre, gleich nächstes Jahr zwei Mal oder erst in zwanzig Jahren auftrete. Das Risiko einer totalen Überschwemmung sei ihm jedenfalls zu hoch.

Auch über den anliegenden Parkplatz des Vier Jahreszeiten, dem Schützenplatz, gab es eher kritische Stimmen. Das Umfeld sei nicht schön, hieß es übereinstimmend. Vor allem könne man aber kaum glauben, dass die Investition in den Westpark eine private Investition von Jahreszeiten-Wirt Lavric nach sich ziehe. Oßenberg: „Der Schützenplatz ist privates Eigentum, da hat die Stadt keinen Einfluss.“

Oßenberg schob für die WBG vor allem das finanzielle Argument in den Vordergrund, obwohl er hier mehr spekulierte und Stimmung machte. Die 390 000 Euro Gesamtkosten seien bestimmt nicht das Ende der Fahnenstange, bestimmt würde alles teurer. Der Pavillon sei aus der Bauplanung herausgenommen worden. Oßenberg: „Da wird man bestimmt wieder auf die Idee kommen, das Ding später noch zu bauen.“ Die Fördermittel vom Land seien „auch nicht vom Himmel gefallen“, sondern seien Steuermittel.

Auch die demographische Entwicklung Werdohls war für Oßenberg ein Grund gegen den Westpark. Es gebe in Zukunft immer weniger Einwohner. Der voraussichtliche Begründungstext für das Bürgerbegehren fasst die Argumente der Gegner zusammen: „Die Baukosten haben sich um ca. 140 000 Euro erhöht, der Standort ist als Hochwassergebiet HQ 10 ausgewiesen, Folge- und Instandhaltungskosten sind nur unzureichend genannt worden, das Umfeld bietet einen bedauernswerten Anblick und die Stadt hat hierauf keinen Einfluss und dem sich anschließenden Naturschutzgebiet droht eine steigende Verunreinigung durch Müll.“

Peter Jung hatte für die WBG einen Vortrag zusammengestellt, der einige – sicherlich subjektive – Daten und Zusammenhänge aufzeigte. 2008 sei erstmals von dem heute fertig geplanten Westpark die Rede gewesen, im Rahmen des Stadtumbaus existierten damals noch weitere Projekte, die niemals auch nur in Vorplanungen umgesetzt wurden. 2011 gab es eine erste Bürgerbeteiligung zum Westpark, eine große und von vielen wahrgenommene Vorstellung fand im Juni 2013 statt. Bei dieser Bürgerbeteiligung seien Vorstellungen und Anregungen der Bürger aufgenommen, die sich im Ratsbeschluss vom 9. Juni diesen Jahres nicht wiedergefunden hätten. Jungs Logik zur Folge sei der Ratsbeschluss also „gegen die Bürgerbeteiligung“ ausgefallen.

Jung zeigte viele Fotos von ungepflegten Ecken und Vermüllung im Innenstadtbereich. Der Baubetriebshof und die gemeinnützigen Arbeiter kämen nicht immer nach, alles sauber zu halten. Die Leute vom Bürgerstammtisch würden auf eigenes Engagement hin den Goethe-Spielplatz sauberhalten. Jung zielte darauf ab, dass die Stadt die zusätzliche Pflege des Westparks wohl nicht gut bewältigen könne, dass sie auf jeden Fall teuer sei. In diesem Zusammenhang wurde erkennbar, dass die Westpark-Gegner auch Sorge haben, der Park und Anlagen darin könnten sinnlos zerstört werden. Eher höhnisches Gelächter gab es, als die Rede auf die mittlerweile zerstörten Sonnenfänger am Remmelshagen kam.

Eine Frau meldete sich direkt zu Wort: „Was soll das? Wer braucht einen künstlichen Wasserlauf neben der Lenne?“

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