Ein Viertel mehr Neugeborene

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Viele kleine Werdohler: 163 Geburten wurden im vergangenen Jahr im Standesamt beurkundet.

Werdohl - Die Stadt Werdohl hat im vergangenen Jahr einen wahren Babyboom erlebt. Das geht aus einer Erhebung des Statistischen Landesamtes hervor. Demnach sind im Jahr 2015 in Werdohl 163 Kinder zur Welt gekommen. Das waren 26,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Werdohl verzeichnete damit erstmals seit 2012 wieder einen Anstieg der Geburtenzahl.

In den vergangenen zehn Jahren wurden in Werdohl durchschnittlich 170 Kinder geboren. Nach dem Zehn-Jahres-Hoch 2012, als 202 Babys das Licht der Welt erblickten, war die Geburtenzahl jedoch rückläufig. 2014 wurden sogar nur 129 Kinder zur Welt gebracht – der Tiefstwert im neuen Jahrtausend.

Warum die Werdohlerinnen plötzlich wieder gebräfreudiger sind, lässt sich nicht seriös ermitteln. Die Vermutung, dass die in den vergangenen zwei Jahren gekommenen Flüchtlinge für den Anstieg der Geburtenrate verantwortlich sein könnten, liegt nahe, lässt sich aber nicht belegen. „Aus den Flüchtlingsfamilien kommen die wenigsten Neugeborenenen“, sagt Bettina von Calle, stellvertretende Leiterin der Abteilung Ordnung und Einwohnerwesen der Stadtverwaltung. Auch vermehrte Zuzüge von jungen Familien konnte sie nicht feststellen. Für sie gibt es für die gestiegene Zahl der Babys keine plausible Begründung.

Allerdings steht Werdohl mit dieser Entwicklung auch nicht alleine da. In ganz NRW war die Geburtenzahl 2015 so hoch wie seit 13 Jahren nicht mehr. Im Märkischen Kreis ist die Zahl der Neugeborenenen gestiegen, insgesamt um 4,5 Prozent auf 3580 Kinder. Allerdings gibt es zwischen den Städten und Gemeinden große Unterschiede. In Altena (+ 33,6 Prozent) und Halver (+ 34,3 Prozent) ist der Anstieg sogar noch höher als in Werdohl . Auch in Neuenrade ist er mit 19,8 Prozent beachtlich. In Balve ist die Geburtenzahl dagegen um 17,9 Prozent gesunken, in Menden um 12,4 Prozent.

Bettina von Calle erkennt in den jüngsten Zahlen noch keinen Trend. Möglich sei, dass der Anstieg im vergangenen Jahr ein einmaliger Ausreißer gewesen ist. Es gelte, die Entwicklung der nächsten Jahre abzuwarten.

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