Vier Diebe müssen ins Gefängnis

Werdohl/Hagen -   Nach elf Monaten endete am Dienstag mit dem 46. Verhandlungstag vor dem Landgericht Hagen der Prozess gegen eine vierköpfige Diebesbande. Seit dem 24. September vergangenen Jahres mussten sich die aus dem Kosovo und Albanien stammenden Männer vor der 9. Großen Strafkammer verantworten. 44 Einbrüche im Sauerland und im Ruhrgebiet standen auf dem Verhandlungsplan.

Auch in Werdohl hatten die Täter mehrfach zugeschlagen. Am 4. März 2014 drangen sie zunächst in ein Haus am Selscheider Weg ein. Am selben Tag erfolgte ein Einbruch an der Selvestraße. Bei einer weiteren Tat am 11. März an der Karl-Schloemer-Straße blieb es beim Versuch. Die Täter traten in immer wechselnder Besetzung auf und nutzten die Dunkelheit. Je nach Situation hebelten oder bohrten sie Türen auf, nutzten angekippte Fenster oder Balkone als Einstieg. Meist suchten die Einbrecher nach Bargeld und Schmuck, machten aber auch vor Kleidung und Elektrogeräten nicht Halt. Sie hinterließen jedes Mal große Schäden und viel Chaos.

Zwei der Angeklagten räumten die Taten in Werdohl ein. Jeder Täter hatte innerhalb der Gruppe eine Aufgabe. Auch wenn er seine Tatbeteiligung bis zuletzt abstritt, sah es das Gericht als erwiesen an, dass ein 43-jähriger Angeklagter aus Hagen als Kopf der Bande die Tatorte auswählte, Fahrzeuge besorgte und die Vorgänge koordinierte. Andere Männer dienten als Fahrer und für die groben Arbeiten vor Ort. Unter anderem durch Zeugenaussagen – so hatte ein Anwohner in Menden ein auffälliges Fahrzeug beobachtet – gerieten die Angeklagten schließlich ins Visier der Ermittler. Ebenfalls in Menden konnten DNA-Spuren einem Mann zugeordnet werden, der zwar nicht angeklagt war, aber Kontakt zum Hauptangeklagten hatte. Herausbekommen hatten die Ermittler das durch Telefonüberwachungen und durch in den Autos versteckte Abhörgeräte. Zudem fanden Polizeibeamte in der Wohnung des Haupttäters Schmuck und andere Gegenstände, die eindeutig aus den Einbrüchen in Werdohl stammten. Als weiteres Indiz dienten Fotos von Blitzanlagen, die die Täter unmittelbar nach einigen Taten mit überhöhter Geschwindigkeit erwischt hatten.

Gestern nun gab es für die bislang nicht strafrechtlich in Erscheinung getretenen Männer mehrjährige Haftstrafen. Der Hauptangeklagte wurde zu sechseinhalb Jahren verurteilt. Die übrigen Männer erhielten Strafen von drei Jahren und neun Monaten, zwei Jahren und neun Monaten und zwei Jahren und fünf Monaten.

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