Schnuppertag in der Musikschule Lennetal

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Gitarrenlehrer Gunter Binder zeigt der 15-jährigen Kathi erste Griffe auf „seinem“ Instrument. Die Affelnerin spielte bisher „nur“ Klarinette.

Werdohl - Kathi ist eigens aus Affeln angereist, um sich in der Musikschule an der Brüderstraße einmal ins Gitarrespiel einführen zu lassen. Die 15-Jährige spielt seit fünf Jahren Klarinette und „jetzt will ich auch mal was anderes spielen können“.

Zwei Stunden lang sitzt Gitarrenlehrer Gunter Binder aus Iserlohn am Samstagmorgen in der Musikschule und zeigt Interessierten die Möglichkeiten, die eine Sechssaitige bietet. Kathi ist pünktlich zu Beginn die Erste, die sich wissbegierig zeigt.

Der Lehrer erklärt der Jugendlichen, wie vielseitig sein Instrument ist – „von Rockmusik bis Klassik“. Das hört die Affelnerin gerne, denn „auf der Klarinette spiele ich nur Schützenfestmusik und Klassik“. Binder und Kathi verstehen sich gleich blendend, es wird viel gelacht. Die Atmosphäre hat nichts vom Klischee Schule.

Privat höre sie „alles an Musik – quer durch den Garten“, verrät sie. Eine spezielle Stilrichtung schwebt ihr auch auf der Sechssaitigen nicht wirklich vor: „Ich will alles einmal ausprobieren“, zeigt sie sich absolut offen.

Bei ihrer Cousine hatte Kathi schon einmal die Möglichkeit, „auf der Gitarre etwas zu klimpern“, erzählt sie. Nach der Klarinette habe sie nun jedoch auch Interesse am Klavier und an der Gitarre. Mit dieser fängt sie nun erst einmal an.

„Singen kann ich aber nicht“, ist sie überzeugt. Musikschullehrer Binder sieht das anders: „Wer ein Instrument spielen kann, kann auch singen. Alle anderen machen’s nur in der Badewanne.“ Doch dann erinnert er sich: „Naja, im Fernsehen gibt es für jene auch ein eigenes Format.“

Schnell entlockt Kathi ihrem Instrument ein paar richtige Töne. Binder erklärt ihr, wie die sechs Saiten gestimmt sind, dass viele Linkshänder – wie der verstorbene Virtuose Jimi Hendrix – die Gitarrensaiten umarrangieren, wenn sie ihr Instrument drehen, andere – wie der soulige Deutschrocker Wolf Maahn – aber eben auch nicht. Die Klarinettistin und der Gitarrist finden schnell eine gemeinsame Sprache.

Mit „Alle meine Entchen“ und „Hejo, spann den Wagen an“ zeigt Binder der 15-Jährigen die ersten Griffe. Das sind zwar nicht unbedingt die Lieblingslieder der Jugendlichen, doch ist sie interessiert und aufmerksam bei der Sache. Sie macht mit. Und es klingt nicht so, als hätte sie bis vor zehn Minuten nie gespielt.

Von Michael Koll

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