Videoüberwachung am Werdohler Bahnhof möglich

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Dorothee Wasel vom Bahnhofsmanagement der Deutschen Bahn war am Dienstag auf Einladung des Vorsitzenden des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung, Jürgen Henke (3.v.r.) in Werdohl, um sich vor allem über die ständig defekten Aufzüge zu informieren. Vertreter der politischen Fraktionen und am Bahnhof interessierte Bürger trafen sich erst zum Gespräch an Ort und Stelle.

Werdohl - Bundespolizei, Polizei, Bahn, Politiker und Ordnungsamt wollen gemeinsam überlegen, ob die ständig defekten Bahnhofsaufzüge nicht mit Hilfe einer Videoüberwachung zu schützen sind. Darüber sprachen SPD- und CDU-Politiker mit Bahnhofsmanagerin Dorothee Wasel.

Von Volker Heyn

Jürgen Henke (SPD) hatte als Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung (Ustea) Dorothee Wasel von der Deutschen Bahn nach Werdohl gebeten. Eine frühere Einladung in den Ausschuss konnte Wasel nicht folgen. Henke: „Ich hatte wegen der ständig kaputten Aufzüge und der Sauberkeit am Bahnhof schon ein paar Mal mit Frau Wasel telefoniert, aber dabei ist nicht viel herausgekommen.“ Das persönliche Gespräch am Dienstagvormittag hingegen sei erfolgreich gewesen, Henke: „Ich meine, es ist ein Schritt nach vorne.“

Der öffentlichen Einladung im Ustea waren nur Politiker von CDU (Stefan Ohrmann) und SPD (Andreas Späinghaus, Volkmar Güldner-Rademacher) gefolgt. Dorothee Wasel hatte für die Deutsche Bahn einen Sicherheitsbeauftragten und einen Techniker mitgebracht. Beim öffentlichen Gespräch nahmen auch noch drei an der Bahn interessierte Bürger teil. Die eigentliche Diskussion zwischen Bahn-Vertretern und der Politik fand ohne öffentliche Beteiligung im Bahnhof statt.

2004 wurden die Aufzüge eingerichtet, anfangs habe es noch nicht so viele Störungen wie heute gegeben. Der Techniker habe berichtete, dass fünf Prozent der Störungen auf technische Defekte zurückzuführen seien, dass sei auch eine normale Quote. 95 Prozent der Störungen seien eindeutig Folge von Vandalismus. Zum Wochenende war der Aufzug wieder einmal kaputt, am Montag wurde er repariert. Bei der Begehung Dienstag waren schon wieder Beschädigungen an der Notfalleinrichtung zu entdecken.

Vor zwei Wochen seien die Aufzüge erfolgreich einer Tüv-Prüfung unterzogen worden. Die Bahn steckt nach eigenen Angaben jedes Jahr mehrere zehntausend Euro in die technische Instandhaltung und Pflege der Aufzugsanlage. Schon 2014 hatte Wasel gegenüber unserer Zeitung berichtet, dass die Bahn in keiner anderen Stadt so viele Probleme mit den Aufzügen habe wie in Werdohl.

Die meisten Störungen sind am Aufzug Richtung Bahnhofsvorplatz zu beobachten. Eine Vielzahl dieser Vorfälle ereignen sich wochentags und tagsüber zu Zeiten des Schülerverkehrs. Der hintere Aufzug sei wesentlich seltener außer Betrieb. Die Bahn geht deshalb davon aus, dass der vordere Aufzug in den allermeisten Fällen mutwillig von Schülern beschädigt werde. Wenn mehrere Personen im Aufzug während der Fahrt auf- und abspringen, wechselt der Fahrstuhl in den Notmodus, senkt sich ab und geht außer Betrieb. Automatisch wird mittlerweile die Feuerwehr alarmiert, die manchmal auch Personen aus dem Aufzug bergen muss. Die Haftungsfrage bei Vandalismus ist ungeklärt, die Allgemeinheit bleibt meistens auf den Kosten von rund 450 Euro pro Feuerwehreinsatz sitzen.

Als Ergebnis der gestrigen Runde soll ein Runder Tisch mit Ordnungskräften, Polizei und Bahnpolizei und Politikern gebildet werden. Neben der Möglichkeit der Videoüberwachung soll dann ausgelotet werden, ob nicht Ordnungskräfte und Polizei mehr Anwesenheit auf dem Gelände zeigen können.

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