VHS: Volle Motivation in den Deutsch-Kursen

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Sorgen für Sprachkurse für Flüchtlinge bei der VHS (von links): Fachbereichsleiter Dr. Thomas Gehling, Dozentin Nadine Kuschmierz, Fachbereichsleiterin Marlies van Gemert , Sachbearbeiterin Victoria Loewen, VHS-Leiterin Barbara Funke und Verbandsvorsteherin Silvia Voßloh.

Werdohl - Die Nachfrage nach Deutschkursen für Flüchtlinge ist bei der VHS Lennetal ungebrochen hoch. „Die Leute sind in der Regel voll motiviert und wollen unbedingt unsere Sprache lernen“, so VHS-Leiterin Barbara Funke.

Der Bund refinanziere allerdings nur Kosten für die derzeit 182 Männer und Frauen in acht Kursen. Für 25 weitere Flüchtlinge starte ein Kurs im April. In großer Runde berichteten die Mitarbeiterinnen der Volkshochschule jetzt gegenüber Verbandsvorsteherin und Bürgermeisterin Silvia Voßloh von der Arbeit in den Sprachkursen.

Die derzeit laufenden Kurse seien nach den Herbstferien ausgeschrieben worden. Der Bund refinanziere die Kosten für Kursleiter und Fahrtkosten für 320 Unterrichtsstunden pro Kurs. An vier bis fünf Tagen in der Woche wird pro Tag vier bis fünf Stunden unterrichtet. Teilnehmen durften nur Flüchtlinge aus Ländern mit Bleibeperspektive, in diesem Fall Iran, Irak, Syrien und Eritrea. Beim ersten Anmeldetermin in der VHS an der Brüderstraße sei mit ein paar Leuten gerechnet worden, es seien aber gleich mehr als 50 dagewesen. Schon bei der Anmeldung seien die Sprachprobleme deutlich geworden, die meisten sprachen damals nur arabisch, persisch oder gar eine ganz spezielle Landessprache.

In den mitgebrachten Dokumenten habe es unglaublich viele Fehler gegeben, auch die Anmeldungen seien oft äußerst merkwürdig ausgefüllt worden. Unterstützung und Zusammenarbeit gab es damals auch durch das Altenaer Stellwerk, das Neuenrader Zelius und das Plettenberger Sozialamt. Insgesamt gibt es jetzt drei Kurse in Werdohl, zwei in Altena und jeweils einen in Neuenrade, Plettenberg und Nachrodt-Wiblingwerde. „Wir hätten damals noch sehr viel mehr Kurse anbieten können“, so Funke. Die Frist zur Anmeldung bei der Bundesagentur für Arbeit lief zum 31. Dezember aus. Auch sehr viele Menschen ohne Bleibeperspektive hätten Interesse an den Kursen gehabt, leider musste man ihnen absagen.

Die Männer und Frauen in den Kursen seien durchweg lernbereit und voll motiviert. Fortschritte seien sehr schnell feststellbar. Gestartet worden sei mit Improvisation: „In jedem Kurs sind Leute, die Englisch können und ins Arabische übersetzen.“ Schwierig sei es für die Syrer, die nur Kurdisch sprächen.

Kulturelle Barrieren spezieller Art gebe es auch zu überwinden. Marlies van Gemert: „Die erlebten hier Karneval und fragten, was das denn sei. Genauso war es mit Halloween.“ Für Orientalen sei es völlig ungewöhnlich, dass hierzulande Menschen ihre Hunde mit zum Einkaufen nähmen oder sogar mit Tieren das Bett teilten. Ungewöhnlich sei, Wasser aus dem Wasserhahn trinken zu können.

Die 18 Kursleiter vermittelten „interkulturelle Kompetenz“, so Funke. Sie zeigten auch Verhaltens- und Verkehrsregeln, erklärten Begriffe wie „Pünktlichkeit“ und „Mülltrennung“ und besprächen alle auftretenden Alltagsprobleme. Die VHS leiste somit einen großen Beitrag zur Integration und schaffe Toleranz.

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