Vergnügliches Konzert des Blechbläserensembles

Die rund 60 Besucher der französischen Soirée am Sonntag in der Friedenskirche waren amüsiert und beeindruckt zugleich.

Werdohl - Lichtdurchflutet präsentierte sich die Friedenskirche in Eveking zur „Soirée française“ des Blechbläserensembles „Pro Musica Sacra“ aus Siegen. Das steigerte aber eher noch das Vergnügen an einem Konzert „voller französischer Eleganz im Blechgewand“, wie es auf dem Programmzettel hieß.

Von Thomas Krumm

Denn die zehn Musiker hatten echte Kostbarkeiten der französischen Musik des Impressionismus mitgebracht – von Claude Debussy über Maurice Ravel und Erik Satie bis zum eher unbekannten Léon Boëllmann. Gut vertreten war Claude Debussy, dessen melodiöse Klavierkostbarkeiten „Clair de Lune“ und „The Girl with the Flaxen Hair“ Pro Musica Sacra in Bearbeitungen für Bläserensemble spielte. Ebenso den rhythmisch schrägen Ragtime „Golliwog’s Cakewalk“. Moderator und Trompeter Frederik Linn riet ausdrücklich von einem Tänzchen ab. Ansonsten gelte „Hals- und Beinbruch!“Beschaulich ging es hingegen beim musikalischen Blick auf den Mond zu. „Clair de Lune“ stand für Debussys impressionistisches Bemühen, „musikalische Abbildungen eines flüchtigen Moments“ zu liefern.

Wie Claude Debussy scheiterte auch Maurice Ravel auf dem Weg in eine pianistische Karriere und wurde Komponist. „Seine Pavane pour un infante défunte“ gehört trotz seiner komplizierten Harmonik zu den bekanntesten Werken des Meisters, und sie war auch in der Fassung für Bläser ein Genuss. Ravel selber regte die Hörer dieser Musik zu einem Bild an und beschwor eine „Erinnerung an eine Pavane, die eine kleine Prinzessin in alter Zeit am spanischen Hof getanzt haben könnte“. Erik Satie, der große Meister des Minimalismus und des Baukastenprinzips in der Musik mit seiner „Gymnopedie Nr. 1“ und Léon Boëllmanns „Suite gothique“ vervollständigten den französischen Reigen.

Mitten hinein in die tiefen, dunklen Wälder um Olpe ging es nach der Pause: Posaunist Eckehard Pankratz verortete auf einer Lichtung das Geschehen aus Camille Saint-Saëns „Karneval der Tiere“, das Loriot später in kongeniale Verse goss. Nur diese beiden Menschen seien dabei gewesen, als dieses unvergleichliche und etwas andere Konzert über die Waldbühne ging. Ein Marabu am Taktstock, singende Esel und munter auf Tonsprüngen hüpfende Kängurus waren unüberhörbar. Dass die Tuba eine tragende Rolle beim Tanz einer Elefantenkuh spielte, konnte nicht überraschen. Wunderbar war auch das Pariser Schildkrötenballett, das nach einer extrem verlangsamten Parodie auf Jacques Offenbachs berühmten Cancan einigermaßen rhythmisch die Beine hob. Das machte ebenso viel Spaß wie die launigen Texte von Loriot.

Für den Beifall bedankten sich die Musiker mit „Kraken“ aus den „Brass Cats“ von Chris Hazell und einem Bachchoral. Und angesichts von immerhin fast 60 Besuchern hielten sie einen weiteren Besuch in der Friedenskirche für denkbar.

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