Vereinsbaum in bedauernswertem Zustand

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Manche Schilder sind durch Sonne und Regen der vergangenen 15 Jahre arg in Mitleidenschaft gezogen worden und geben so ganz bestimmt keinen werbenden Effekt her. Einige Vereine existieren auch schon nicht mehr oder haben sich umbenannt.

Werdohl - Die Stadtverwaltung hat alle Vereine angeschrieben, die ein Schild am Vereinsbaum auf dem Brüninghaus-Platz angebracht haben. Viele Schilder seien in einem „bedauernswerten Zustand“, stellt Stadtplaner Stefan Groß in dem Schreiben fest.

Der Baum soll nur dann wieder aufgestellt werden, wenn die Vereine finanziell voll mitziehen. Er war im Jahre 2001 von der CDU gestiftet worden, etwa 40 damals existierende Vereine und Institutionen konnten sich mit einem Wappen an dem hoch aufragenden Metallgestell verewigen.

Der Baum steht auf dem Brüninghaus-Platz. Die Stiftung erfolgte anlässlich der 900-Jahr-Feier der Stadt Werdohl, zu dieser Gelegenheit stiftete die SPD übrigens den Geschichtspfad.

Das metallene Gestell ist sichtlich in die Jahre gekommen. Was man vor rund 15 Jahren vielleicht als optisch ansprechend empfunden hat, gleicht heute eher einem Mobilfunkumsetzer. Angelehnt an die Tradition der schön gestalteten Zunftbäume in mancher Dorfmitte sollte der Werdohler Vereinsbaum die Vielzahl Werdohler Vereine und Verbände darstellen. So finden sich dort Sportvereine, Parteien und soziale Einrichtungen.

Es können aber auch schon damals nicht alle Vereine berücksichtigt gewesen sein, zum Beispiel ist keiner der damals schon zahlreich existierenden türkischen Kulturvereine am Vereinsbaum zu finden.

Im Zuge des Umbaus des Brüninghaus-Platzes ab Sommer wird der Vereinsbaum vom Platz verschwinden. Das ist vom Rat so beschlossene Sache. Die Verwaltung hat vor wenigen Tagen rund 30 Vereine angeschrieben, die ein Schild am Vereinsbaum haben.

Einige Vereine haben sich mittlerweile aufgelöst. Die Vereine sollen sich nun erklären, ob sie bereit sind, für sich ein neues Schild zu finanzieren. Stadtplaner Groß schreibt: „Ob der Baum noch einmal aufgestellt wird – an anderer Stelle – hängt wesentlich von den Vereinen ab." Baum und Schilder müssten wieder in Stand gesetzt werden, da sie sich teilweise in einem „bedauernswerten Zustand“ befänden.

Die Vereine sollen bis zum 15. März eine Rückmeldung geben, da am 17. März eine entsprechende Ausschusssitzung stattfindet. Groß auf Nachfrage unserer Zeitung: „Die Vereine haben knapp zwei Wochen Zeit, um sich zu melden.“

Wer sich nicht melde, zeige damit, dass kein „gesteigertes Interesse bestehe“ und der Verein nicht bereit sei, die anstehenden Kosten zur Instandsetzung zu übernehmen. Für einen möglichen neuen Standort gebe es bislang nur Vorschläge.

Von Volker Heyn

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