Uraufführung in der Christuskirche

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Sopranistin Maria Krasnikova, Baptiste Hamelin (Viole de Gambe, links) und Fabricio Mélo (Theorbe) trugen gemeinsam mit Guillaume Haldenwang am Cembalo die Motette „Tacete“ vor.

Werdohl - Mit einer Uraufführung überraschte am Samstagabend das Ensemble Calisto aus Paris sein Publikum in der Christuskirche: Das letzte Stück des barocken Konzerts war lange unbekannt. Erst die vier jungen Musiker haben die Noten im Rahmen ihrer Recherchen gefunden.

Die Werdohler gehörten somit zu den ersten, die die Motette „Tacete“ zu hören bekamen. Und noch aus einem weiteren Grund sei das Stück etwas Besonderes, erzählte Sopranistin Maria Krasnikova. Denn geschrieben hat es die Nonne Rosa Giacinta Badalla (1660-1710) – eine der wenigen Komponistinnen des Barock.

Die Motette bildete jedoch nur den Höhepunkt eines anspruchsvollen, fast 90-minütigen Programms. „Eine unglaublich gute Mischung aus französischem und italienischem Barock“ versprach Kreiskantor Dmitri Griegoriev, der Maria Krasnikova, Baptiste Hamelin (Viole de Gambe), Guillaume Haldenwang (Cembalo) und Fabricio Mélo (Theorbe) nach Werdohl geholt hat.

Das Programm erlaubte aber nicht nur einen Vergleich zwischen den eher andächtigen Werken der französischen Komponisten und den schwungvolleren Stücken ihrer italienischen Kollegen. Auch der Wechsel zwischen den Gesang- und Instrumentalstücken vermittelte einen Eindruck in die musikalische Bandbreite dieser Epoche.

„Lassen Sie sich einfach treiben und inspirieren“, hatte Griegoriev den Zuhörern empfohlen. Und so lauschten diese den mal verträumten, mal klagenden Klängen der Viole de Gambe, der kraftvollen Stimme der Sopranistin und den spritzigen Läufen des Cembalo.

Die 20- bis 24-jährigen Musiker bewiesen dabei nicht nur, dass sie ihre Instrumente – Nachbildungen des historischen Cembalo, der Viole de Gambe und der Theorbe – sowie ihre Stimme perfekt beherrschen. Sie zeigten auch, wie viel Spaß es machen kann, gemeinsam zu musizieren – und dieser Funke sprang schnell auf das Publikum über.

Mit einem Blumenstrauß bedankte sich die Werdohler Kantorin Marion Jeßegus „für eine schöne Stunde barocker Musizierfreude“. Calisto sei „ein Ensemble, das toll aufeinander eingespielt ist und Lust auf mehr hat“. Das fanden die rund 60 Zuhörer auch, und sie entließen die Musiker erst nach einer Zugabe und langem Applaus.

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