Neue Chance für Kreisverkehr vor Werdohler VDM-Werk

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Jürgen Henke, Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung, bringt eine neue Variante für einen Kreisverkehr auf der Kreuzung Neuenrader Straße/Plettenberger Straße/Lüdenscheider Straße ins Gespräch.

Werdohl - Ein Kreisverkehr für den Verkehrsknotenpunkt am Werdohler VDM-Werk war schon fast vom Tisch. Jetzt hat SPD-Ratsherr Jürgen Henke die Idee wiederbelebt.

Kreisverkehre haben in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren eine wahre Renaissance erlebt. Nachdem diese Knotenpunktform hierzulande lange Zeit fast verschwunden war, haben Verkehrsplaner den Kreisverkehr als Alternative zur Ampelkreuzung wiederentdeckt. Auch für die Kreuzung Neuenrader Straße/Plettenberger Straße/Lüdenscheider Straße in Werdohl war schon einmal eine solche Lösung im Gespräch. Sie ist allerdings an den Kosten gescheitert. Jetzt unternimmt SPD-Ratsherr Jürgen Henke einen neuen Anlauf.

„Bisher gibt es für diese Kreuzung keine vernünftige Lösung. Sie ist seit Jahren ein Unfallschwerpunkt. Allein in den vergangenen drei Jahren ist hier bei Unfällen Sachschaden in Höhe von fast 170 000 Euro entstanden“, hat der pensionierte Polizeibeamte Jürgen Henke recherchiert. Ein Kreisverkehr wäre aus seiner Sicht die ideale Lösung, um diesen Unfallschwerpunkt zu entschärfen.

Diese Erkenntnis ist nicht neu. Auch der Landesbetrieb Straßen.NRW hat schon einmal einen Kreisverkehr für diesen Bereich geplant: Mit einem Durchmesser von 40 Metern hätte er bis auf das Werksgelände von VDM gereicht. Gescheitert ist die Realisierung an den Kosten in Höhe von 3,4 Millionen Euro, die hauptsächlich VDM hätte tragen sollen. Dazu war das Unternehmen aus nachvollziehbaren Gründen nicht bereit. Der Plan verschwand wieder in der Schublade. Die Überplanung des Knotenpunktes, an dem sich die beiden Bundesstraßen 229 und 236 treffen, geriet allmählich in Vergessenheit.

„Seit Jahren herrscht in dieser Angelegenheit Stillstand“, beklagte Jürgen Henke – und ergriff selbst die Initiative. Einen befreundeten Planer beauftragte er damit, die Möglichkeiten für einen Kreisverkehr vor dem Werdohler VDM-Werk auszuloten. Das Ergebnis dieser Überlegungen liegt jetzt vor: Möglich wäre ein sogenannter kleiner Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 32 Metern. Die Bezeichnung „klein“ täuscht darüber hinweg, dass ein solcher Kreisel auch von Lkw problemlos befahren werden könnte. Bundesweit existieren laut ADAC mehr als 4000 dieser Kreisverkehre mit einem Durchmesser zwischen 26 und 40 Metern; sie sind damit der am häufigsten eingesetzte Kreisverkehrstyp. Kleine Kreisverkehre haben eine hohe Leistungsfähigkeit. Sie bewältigen bis zu 25 000 Fahrzeuge am Tag.

Als Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung (Ustea) hat Henke bereits Gespräche mit Vertretern von VDM und von Straßen.NRW geführt und die Möglichkeiten der Umsetzung der von ihm angeregten Planung erörtert. Bei VDM sei man gesprächsbereit, sagt Henke. Das Unternehmen müsste etwa die Hälfte seines kleinen Parkplatzes an der Lüdenscheider Straße opfern. Ludger Siebert, Leiter der Regionalniederlassung Südwestfalen von Straßen.NRW, halte die Planung für umsetzbar, berichtet Henke weiter. Sie solle nun eingehend geprüft werden.

„Wir haben die nicht unberechtigte Hoffnung, dass sich etwas tut“, fasst Henke zusammen. Die neue Planung möchte er am Dienstag, 13. September, ab 17 Uhr auch in der Sitzung des Ustea im Rathaus vorstellen.

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