Wiederinbetriebnahme der Deipschlade kostet 250.000 Euro

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Die Stadt vermeldet, dass eine Wiederinbetriebnahme des Hauses Deipschlade unvermeidbar sein wird.

Werdohl - Belastbar sei diese Zahl nicht, wohl aber mit der Bezirksregierung abgesprochen: Die Stadt rechnet in diesem Jahr mit der Zuweisung von weiteren 150 Personen, Ende des Jahres könnten rund 500 Flüchtlinge in der Stadt wohnen.

Fachbereichsleiter Bodo Schmidt hat für den Rat am Montag, 14. März, noch weitere Zahlen und Strategien zur Unterbringung der Flüchtlinge vorbereitet. Die Wiederinbetriebnahme des Übergangswohnheimes Deipschlade sei demnach absolut unvermeidbar und werde eine Viertelmillion Euro kosten.

200.000 Euro brauche die Stadt für die bauliche Wiederherstellung, 50.000 Euro dürften die Möbel inklusive der sechs Gemeinschaftsküchen, Waschgelegenheiten und Kohleöfen kosten. Kauf oder Miete von Wohncontainern (auch die Nutzung der Container an der Hauptschule wurde geprüft) seien kostenträchtiger als die Wiederinbetriebnahme des Hauses an der Deipschlade.

Stand Mitte Februar leben 345 Flüchtlinge in Werdohl. 124 davon sind Einzelpersonen, die überwiegend in Übergangswohnheimen untergebracht sind. 220 Flüchtlinge in Familiensituationen sind in Wohnungen in der Stadt verteilt.

Dafür seien in diesem Jahr 300.000 Euro Brutto-Mietkosten inklusive Heizung zu erwarten. Durch den Zuzug weiterer Familien würden diese Kosten steigen. Die Funkenburg und das Haus am Grasacker sind belegt, in den Häusern Im Winkel 32 und Osmecke 13 a - d sind noch Plätze für rund 30 einzelne Personen zu belegen. Schmidt: „Aktuell finden Umzüge statt, die im Ergebnis dazu führen sollen, das zukünftig entweder die Funkenburg oder der Grasacker als leerstehende Erstaufnahmeeinrichtung für anderweitig nicht sofort versorgbare Flüchtlinge zur Verfügung steht.“

Die Funkenburg oder der Grasacker sollen zukünftig als „Notreserve“ freigehalten werden. Dass im Winkel und in der Osmecke noch Plätze für Einzelpersonen frei sind, habe mit der „intensiven Belegungspraxis“ zu tun, die zur „Wahrung des sozialen Friedens“ beigetragen habe, so Schmidt. Das sei aber für das ganze Jahr 2016 in der Form nicht durchzuhalten.

Es werde vermehrt Einzelbelegungen von Mehrbettzimmern geben müssen, weil der jeweilige Gesundheitszustand des Bewohners nichts anderes erlaube. Offensichtlich ist es außerordentlich schwierig, bereits anerkannte Asylbewerber auf den freien Wohnungsmarkt zu vermitteln. In den bislang erst wenigen Fällen sei das nicht einfach gewesen, im Laufe des Jahres werde es sicher dazu kommen, dass anerkannte Asylbewerber „längere Zeit“ in den Übergangswohnheimen blieben.

Schmidt: „Dieser schwer einzuschätzende Unsicherheitsfaktor trägt auch dazu bei, dass die Unterbringungskapazitäten für Einzelpersonen im Laufe des Jahres mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht ausreichen werden.“

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