Bund der Steuerzahler rügt die Stadt Werdohl

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Der Bund der Steuerzahler rügt die Stadt Werdohl und bezeichnet die Sonnenfänger als überflüssig.

Werdohl - Verschwendung von Steuergeldern haben die Gegner der Westpark-Pläne der Stadt Werdohl vorgeworfen. Jetzt bekommen sie Unterstützung vom Bund der Steuerzahler in NRW – und zwar nicht nur in Sachen Westpark.

Der Verein, der sich für die Senkung von Steuern und Abgaben sowie für die Verringerung von Bürokratie, Steuerverschwendung und Staatsverschuldung einsetzt, prangert in seiner neuesten Mitgliederzeitschrift gleich zwei Projekte in Werdohl an. 

Der Werdohler Rat sei schlecht beraten gewesen, das Bürgerbegehren gegen den Westpark abzulehnen, schreibt Autor Markus Berkenkopf, Fachreferent für kommunale Haushalte beim Steuerzahlerbund. Es sei gut, dass die Bürger aufgemuckt hätten, denn lebensnotwendig sei der Westpark nicht. 

Der größte Teil des Artikels widmet sich jedoch den Sonnenfängern auf dem Remmelshagen. Der Autor rechnet vor, dass die Installation der 14 gelben Plexiglasscheiben rund 42.000 Euro gekostet habe. Dabei habe das Land NRW mit 33.700 Euro den größten Teil der Kosten übernommen, die Vereinigte Sparkasse im Märkischen Kreis habe den städtischen Anteil in Höhe von knapp 8.500 Euro getragen. 

So seien der Stadt zwar zunächst keine Kosten entstanden. „Es mutet aber merkwürdig an, wenn eine Stärkungspaktkommune gezwungen ist, öffentliche Einrichtungen zu schließen, auf der anderen Seite aber Investitionen ohne erkennbaren Nutzen tätigt“, ist in der Zeitschrift nachzulesen. Denn den Nutzen spricht der Steuerzahlerbund den Sonnenfängern ab: Für den Erhalt der Naturlandschaft oder den Wandertourismus spielten sie keine Rolle.

Auch ob die sonstigen Ziele der Regionale 2013 mit den zum Themenfeld „Objekten in der Landschaft“ zählenden Sonnenfängern erreicht würden, sei fraglich. Das Geld von Sparkasse und Land wäre deshalb in der dem Bürger nutzbringenden Infrastruktur besser angelegt gewesen, rügt der Bund der Steuerzahler die Entscheidungsträger in Werdohl.

Als ärgerlich bezeichnet der Verein zudem, dass sich die Stadt Werdohl mit Angaben zu den Folgekosten „sehr zierte“. Die Kosten für Reinigung und Versicherung der Sonnenfänger und für die Abwicklung von Vandalismusschäden seien aber nicht zu vernachlässigen. Auch dafür müssten schließlich Mitarbeiter der Stadt tätig werden. Die Mitgliederzeitung „Der Steuerzahler“ wird in diesen Tagen ausgeliefert.

www.steuerzahler-nrw.de

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