Trotz des verzögerten Starts ein gutes Freibadjahr

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Mächtig was los im Freibad: An manchen Tagen strömten in diesem Sommer über 1000 Besucher nach Ütterlingsen. An anderen kamen noch nicht ‘mal 100...

Werdohl - Frank Schlutow ist ein großer Fan des Internationalen Schwimmfests, das der SV Werdohl ab Samstag im Freibad ausrichtet: Hunderte von Sportlern aus mehreren Nationen gehen dort an den Start – „eine tolle Werbung für unsere Stadt“, schwärmt der Geschäftsführer der Bäderbetriebe.

Wie immer endet mit dieser Großveranstaltung die Saison im Freibad Ütterlingsen, ab Dienstag steht das Hallenbad wieder zur Verfügung. Schlutow blickt durchaus zufrieden auf die vergangenen Monate zurück: Obwohl der Betrieb im Mai wegen technischer Probleme nur mit Verzögerung aufgenommen werden konnte, wurden rund 30 000 Badegäste gezählt – fast so viele wie im Rekordsommer 2014.

Dass das gute Vorjahresergebnis nicht ganz erreicht werden konnte, liegt nach Ansicht des Geschäftsführers daran, dass das Wetter in diesem Sommer nicht so konstant war wie im Vorjahr. Da gab es einerseits perfekte Freibad-Tage wie den 4. Juli, als rund 1260 Menschen ins Bad strömten. „Wir hatten aber auch Tage mit unter 100 Badegästen“, berichtet Schlutow nach einem Blick in die Statistik.

Etwa 100 000 Euro zahlen die Besucher von Frei- und Hallenbad pro Jahr an Eintritt – viel Geld, aber bei weitem nicht genug, um alle Kosten zu decken: Die Personalkosen belaufen sich auf rund 300 000 Euro, betriebliche Aufwendungen zum Beispiel für Gas und Wasser schlagen mit rund 100 000 Euro zu Buche. Für den Beteiligungsbericht der Stadt hat Schlutow im Sommer ausgerechnet, dass der Kostendeckungsgrad des Bäderbetriebs im Jahr 2014 unter 19 Prozent lag. Unterm Strich bedeutet das nach den Berechnungen der Geschäftsführung, dass pro Besucher ein Verlust von zehn Euro zu verzeichnen ist.

Dass die Bäder dennoch finanzierbar sind liegt daran, dass der Überschuss der Stadtwerke in den Bäderbetrieb fließt – das ist ein Betrag, der im wesentlichen vom Gasverbrauch abhängt und in der Vergangenheit zwischen 600- und 900 000 Euro schwankte. Damit gelang es, den Bäderbetrieb kostendeckend zu führen.

Das wird in Zukunft schwieriger: Den durch einen Gewinnabführungsvertrag geregelten Automatismus hat die Kommunalpolitik notgedrungen aufgekündigt – die Haushaltslage ließ das nicht mehr zu.

Jetzt wird von Jahr zu Jahr entschieden, wie die Gewinne der Stadtwerke verwendet werden. Mehr noch: Im Haushaltssanierungsplan ist festgeschrieben, dass der Bäderbetrieb ab 2015 150 000 Euro pro Jahr an die Stadt zu überweisen und so zur Haushaltssanierung beizutragen hat.

Grundsätzlich sei diese Unterstützung der Kommune natürlich möglich, sagte Schlutow am Donnerstag im Gespräch mit dem Süderländer Volksfreund. Das Geld könne den Rücklagen entnommen werden oder als Verlustfortschreibungen in der Bilanz berücksichtigt werden. Allerdings sei das zum einen nur für einen begrenzten Zeitraum möglich, zum anderen müsse man sehr darauf achten, dass die Unterhaltung nicht darunter leide. Sowohl das Frei- als auch das Hallenbad seien schließlich nicht mehr die Jüngsten. Das erfordere ständige Ausgaben für den Substanzerhalt.

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