Auffangstation des Tierschutzvereins ist marode

Geschäftsführerin Brigitte Meinen (links) und der 1. Vorsitzende Uwe Loske (Mitte) des Tierschutzvereins. Foto: Koll

Werdohl/Neuenrade - 60 Jahre alt wird der Tierschutzverein Werdohl-Neuenrade in diesem Jahr. Dieser runde Geburtstag soll am Sonntag, 4. September, groß an der Auffangstation gefeiert werden. Letztere benötigt bereits nach nur sechs Jahren eine umfassende Sanierung. Deshalb freuten sich die Mitglieder des Vereins bei der Jahreshauptversammlung am Dienstagabend im Haus Werdohl über ein größeres Plus in der Kasse.

312 Mitglieder habe der Tierschutzverein Werdohl-Neuenrade aktuell. Die Zahlen seien im Laufe der vergangenen zwölf Monate konstant geblieben. Umso mehr ärgerte sich der 1. Vorsitzende Uwe Loske darüber, dass lediglich 16 Mitglieder an der Jahreshauptversammlung teilnahmen.

Gesucht seien aber auch weitere Mitglieder, insbesondere Jüngere. Vorteilhaft sei es aber, wenn diese mindestens volljährig seien und ein Führerschein vorhanden ist. Immerhin, so führte die Geschäftsführerin Brigitte Meinen aus, hätten die 25 aktiven Mitglieder im vorigen Jahr insgesamt 5600 Kilometer in ihren privaten Fahrzeugen im Auftrag des Vereins zurückgelegt.

Loske berichtete, dass das „Filetstück“ des Vereins – die Auffangstation – in einem bedauernswerten Zustand sei. Sowohl die Fußböden als auch die Wände wiesen Risse auf. Zwei Mal habe es 2015 „Wassereintritte im Flurbereich“ gegeben. Eine defekte Folie im Dach sei ausgetauscht worden. Alle anderen Reparaturarbeiten stünden noch an.

Ein weiteres Problem des Vereins sei gewesen, dass lediglich ein Mitglied über einen sogenannten Sachkundenachweis für Tierheimpersonal habe vorweisen können. Zwar habe der Kreisveterinär die Arbeit in der Tierauffangstation an der Gildestraße mehrfach ausdrücklich gelobt, aber auch gefordert, dass mehrere Aktive des Vereins diesen speziellen Sachkundenachweis ablegten. Loske und zwei weitere Vorstandsmitglieder hatten deshalb einen Kursus in Recklinghausen über mehrere Wochenenden belegt. Umfangreiches Wissen über Gesetze und Tier-Anatomie sei vonnöten, um die Urkunde zum Sachkundenachweis zu erwerben.

Ein Höhepunkt des vergangenen Jahres sei eine Vier-Tages-Fahrt nach Berlin gewesen, an der zehn Personen teilnahmen. Im Rahmen dieses Ausfluges hätten die Sauerländer Tierfreunde auch Dagmar Freitag besucht. Die heimische SPD-Abgeordnete hätte ins Reichstagsgebäude eingeladen. Loske hob hervor: „Sie hat gesagt, wenn sie nicht mehr im Bundestag sitzt, kommt sie zu uns und holt sich zwei Katzen.“

Die Samtpfoten sind auch die Hauptkunden der heimischen Tierschützer. Die 2. Vorsitzende Marlies Ruth berichtete von der Arbeit in der Auffangstation. 2015 seien dort neben einigen Vögeln und drei Kaninchen 89 Katzen aufgenommen und versorgt worden. 74 der Vierpföter seien anschließend vermittelt worden. Zudem seien vielfach „verwilderte“ Katzen kastriert worden.

Geschäftsführerin Meinen bilanzierte eine „positive“ Kassenlage – und zwar trotz Tierarztkosten, die 2015 am oberen Ende der vierstelligen Skala gelegen hätten. Allerdings stünden Ausgaben für die umfangreiche Sanierung an der Auffangstation an.

Wer an der Arbeit des Tierschutzvereins Werdohl-Neuenrade und an den Tieren, die momentan ein neues Zuhause suchten, interessiert ist, erfährt aktuelle Informationen stets über den Facebook-Auftritt des Vereins. Dort folgten bereits an die 2400 Menschen den Aktivitäten der heimischen Tierschützer.

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