Theorie-Unterricht für „Werdohl schwimmt“-Kinder

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Ins Wasser durften die Teilnehmer der Ferienaktion am Dienstag nicht, weil kurz vorher ein Gewitter über Ütterlingsen hinweggezogen war.

Werdohl - Geschlossen wurde das Ütterlingser Freibad am Dienstag gegen vier Uhr am Nachmittag. Zwischen 17 und 18 Uhr gab es Blitze und Donner in diesem Stadtteil. Und die Vorschriften des Freibades sagen: Zwei Stunden nach einem Gewitter geht niemand ins Wasser.

Zwar war am späten Nachmittag wieder alles trocken, die Sonne zurückgekehrt und das Gewitter längst abgezogen. Doch die Vorschriften galten auch für die Teilnehmer der Ferienaktion „Werdohl schwimmt“. SV08 und DLRG bringen in diesem Kursus gerade 16 Mädchen und Jungen das Schwimmen bei.

Und so stand Theorie auf dem Unterrichtsplan. Da lernten die Kinder, was sie alles im Wasser dürfen, was sie vermeiden sollen und was verboten ist. Auch die Eltern bekamen Tipps, wie sie im kommenden Urlaub auf ihren Nachwuchs achten sollen, wenn der flügge geworden ist und schwimmen kann. Susanne Guder vom Schwimmverein und Andreas Conrad von der DLRG gingen mit den Kindern die Bade-Regeln durch. Die Kursusteilnehmer zeigten sich sehr pfiffig. Beinahe jede Regel war ihnen geläufig. Und selbst wenn sie eine nicht kannten, gelang es ihnen, diese korrekt zu erklären.

Luftgefüllte Spiel-Tiere bieten im Wasser keine Sicherheit vor dem Ertrinken, „Hilfe“-Rufe ohne Notsituation sind untersagt, große Schiffe erzeugen Wellen, die einen mitreißen können und keiner soll schwimmen, der zu viel oder aber gar nichts im Magen hat. So weit, so klar. Doch als Guder und Conrad dann erklärten, warum niemand einen anderen döppen sollen, war doch zumindest ein Junge erstaunt.

Mit weit aufgerissenen Augen hörte er den beiden zu. „Vielleicht hat der andere ja gerade Luft holen wollen“, gab Conrad zu bedenken. „Der schluckt mit offenem Mund dann womöglich ganz schön viel Wasser“, machte Guder die Gefahr einer solchen Situation noch deutlicher. „Der ertrinkt dann“, platzte es aus einem Jungen heraus. Conrad beschwigte: „Es muss ja nicht gleich so schlimm sein. Aber der hat ja nicht damit gerechnet, dass ihr ihn döppt. Der erschrickt sich und hat dann unter Wasser sicher richtig Angst.“

Diese Lektion haben die 14 Anwesenden – zwei Kinder hatten sich vom kurzzeitigen Unwetter abhalten lassen – bestimmt gelernt. Der aktuelle Schwimm-Lernkursus im Freibad ist übrigens seit Monaten ausgebucht. Einen weiteren wird es in diesen Ferien nicht geben. „Die Betreuer wollen ja auch mal Urlaub machen“, warb Guder um Verständnis.Dann ging es am Dienstag weiter mit Trockenübungen der Armbewegungen beim Schwimmen. Guder und Conrad haben übrigens eines festgestellt: Wer vor der Ferienaktion „Werdohl schwimmt“ bereits an einer Wassergewöhnung im Hallenbad teilgenommen hat, der hat es leichter, das Schwimmen zu erlernen. Der DLRG-Experte betont: „Solche Kinder haben einen Riesenvorteil, sind den anderen gegenüber schon einen ganzen Schritt weiter.“ Einen neuen Wassergewöhnungs-Kursus für Kindergarten- und Vorschulkinder wird es im Herbst geben. Die Organisatoren werden noch rechtzeitig die genauen Daten mitteilen.

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