Tagesstätte Frauenhilfe eröffnet an Bahnhofstraße

+
Die Mitarbeiterinnen Sonja Kimpel, Melanie Schnelle, Anna Koch, Inga Schmidt und Barbara Przelozny (von links) sind als Teilzeitkräfte in der Tagesstätte beschäftigt.

Werdohl -  Bordeauxfarbene Gardinen, grüne Möbel, selbstgemachte Tischdekorationen – die Tagesstätte der evangelischen Frauenhilfe an der Bahnhofstraße 26 wirkt einladend. Und das soll sie auch. Am Freitag wurde die Einrichtung offiziell eröffnet. Sie soll Menschen mit psychischen Erkrankungen als Ort der Begegnung dienen, ihnen eine Tagesstruktur und Beschäftigungsmöglichkeiten bieten.

Der Weg zur Eröffnung war mühsam, forderte den Beteiligten einen langen Atem ab. 2003 stellten Mitglieder der Frauenhilfe die ersten Anträge beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Am 13. April 2015 konnten die Mitarbeiterinnen der Tagesstätte endlich die ersten Besucher begrüßen.

Seither ist die Einrichtung gut angenommen worden. 14 Männer und Frauen mit psychischen Erkrankungen gehören bereits einer Gruppe an, die die Tagesstätte regelmäßig aufsucht. Zwei weitere Anmeldungen liegen bereits vor. Damit wären die Plätze sehr gut belegt, dürfen aber noch bis auf 20 Besucher aufgestockt werden, erklärt Einrichtungsleiterin Melanie Schnelle. Gemeinsam mit Sonja Kimpel, Anne Koch, Inga Schmidt und Barbara Przelozny kümmert sich Schnelle um die Bedürfnisse der Menschen mit psychischen Erkrankungen, die Rückzugstendenzen aus dem Gemeinschaftsleben haben. Die Mitarbeiter sind als Teilzeitkräfte tätig. In der Tagesstätte Frauenhilfe finden die Besucher Angebote, die ihnen einen klaren Tagesablauf mit Förderungs- und Beschäftigungsstruktur und der Teilhabe am Gemeinschaftsleben geben.

Dazu haben die Frauen und Männer, die sich aktuell die Waage halten, in mehreren Räumen die Wahl, einen Nähführerschein zu machen, zu kochen, sich mit Holzarbeiten zu beschäftigen, an einer Musiktherapie teilzunehmen, ihr Gedächtnis am PC zu trainieren oder eine ruhige Ecke zum Lesen zu nutzen. Wichtig sei das Miteinander, der Kontakt zu anderen, das Lernen von anderen, erklärt Inga Schmidt. Das funktioniere gut. So gebe es zum Beispiel eine Besucherin, die anderen das Häkeln beibringe.

Zur Eröffnungsfeier fanden sich viele Gäste in der Tagesstätte ein, nutzten die Gelegenheit, für Grußworte und Glückwünsche. Bürgermeisterin Silvia Voßloh zeigte sich dankbar für die Einrichtung: „Für viele von uns ist es selbstverständlich, am Alltagsleben teilzunehmen, für andere aber nicht.“ Schließlich bot sie ihre Hilfe an. Auch wenn die finanziellen Mittel begrenzt seien, stehe sie als Ansprechpartnerin zur Verfügung: „Geld ist ja nicht alles.“

Andrea Spanuth, Referentin für Psychiatrie der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe, lobte besonders die zentrale Lage der Tagesstätte. „Mittendrin zu sein ist wichtig. Es ist gut erreichbar und die psychisch Kranken fühlen sich nicht abgeschoben“, sagt Spanuth. Vorteilhaft sei auch, dass die Einrichtung völlig neu ist. Dadurch könnten Mitarbeiter und Besucher die Räume gemeinsam gestalten: „Es geht um das Miteinander.“ Auch Pfarrerin Angelika Weigt-Blätgen betonte die Wichtigkeit einer Tagesstätte, da die Gefahr der Vereinsamung für Menschen mit psychischen Erkrankungen sehr groß sei.

Die Tagesstätte an der Bahnhofstraße 26 ist von Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Telefonisch ist sie unter 0 23 92 / 8 06 87 01 oder -02 erreichbar. E-Mails können an info@tagesstaette-frauenhilfe.de geschickt werden. Mehr Informationen gibt es im Internet auf der Homepage www.tagesstaette-frauenhilfe.de.

Von Jana Peuckert

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare