Städtischer Energiebericht weist eine Steigerung von 74 Prozent aus

AEG verbraucht zuviel Wasser

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2010 wurde die Toilettenanlage der Gesamtschule erneuert.

Werdohl - An der Albert-Einstein-Gesamtschule wurde im vergangenen Jahr 74 Prozent mehr Wasser verbraucht als im Jahr zuvor. Der Grund scheint klar, auch wenn es Fachbereichsleiter Thomas Schroeder im gerade erschienen Energiebericht der Stadt etwas verklausuliert beschreibt: „Die Entwicklung wurde durch Nutzerverhalten – ob ordnungsgemäß oder unsachgemäß – begünstigt.“

Weitgehend auszuschließen sei, dass es an der AEG unkontrollierten Wasserverlust durch nicht entdeckte Leckagen gegeben habe. Auch Neubefüllungen nach Heizungsdefekten spielten in dieser Größenordnung keine Rolle. Ein Indiz auf das Nutzerverhalten gebe der Blick auf die Schulferien: In dieser Zeit sei „nur ein der Ferienzeit entsprechender Verbrauch“ zu beobachten.

Bei den Hinweisen auf die Energieberichte der einzelnen Schulen wird der Bericht etwas konkreter: Mehrmals sei an der Gesamtschule der Spülwagen wegen Verstopfungen zum Einsatz gekommen. Auch „grober Unfug“ durch Schüler, die die automatischen Druckwasserspüler manipulierten, hätten zum Anstieg des Wasserverbrauchs an der Gesamtschule geführt. Dieser Mehrwasserverbrauch von 74 Prozent schlägt mit einer 46-prozentigen Kostensteigerung ins städtische Kontor.

Beim Gebäudemanagement der Stadt hofft man jetzt auf die erzieherische Wirkung des Klimaschutzkonzeptes. Im Bericht heißt es: „Es wird insbesondere die Aufgabe des vom Rat beschlossenen Klimaschutzmanagers sein, als Kooperationspartner der Schulen einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen zu vermitteln.“

Einen um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöhten Wasserverbrauch gibt es auch in Teilen der Realschulgebäude. Der Mehrwasserverbrauch beschränkt sich auf den W-Trakt und die Lehrküche. Dieser Wert wird von der Verwaltung relativiert: Im besagten W-Trakt findet seit 2013 die Hausaufgabenbetreuung statt, in zwei Räumen wird Kunstunterricht angeboten. Die Steigerung von 24 Prozent bedeute real lediglich einen Mehrverbrauch von 1,5 Kubikmeter Wasser pro Monat.

Den prozentual eklatantesten Anstieg beim Wasserverbrauch leistete sich die Evangelische Grundschule in Ütterlingsen: Stolze 129 Prozent wurden mehr verbraucht, was 95 Prozent mehr Kosten verursachte. Doch auch das wird vom Immobilienmanagement vernünftig erklärt: Ein Wasserschaden im Frühjahr 2015 und die Nutzung der früheren Hausmeisterwohnung der Schule als Flüchtlingsunterkunft erklärten diesen erhöhten Verbrauch.

Gesehen auf alle städtischen Gebäude und Hallen ist vor allem der Anstieg des Wasserverbrauchs um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr relevant. Im Vorwort zum Energiebericht heißt es, dass dies immer noch ein vergleichsweise recht guter Wert sei.

Bei den Verbrauchswerten für Wärme (Gas, Öl) ist der Trend der jährlichen Einsparung gestoppt. Seit 2007 wurden die Verbrauchskosten um insgesamt 79 Prozent gesenkt. Im vergangenen Jahr konnte dieser Wert nicht weiter verbessert werden. Erstmals gab es einen Mehrverbrauch von genau einem Prozent. Beim Strom wurden noch einmal 4,3 Prozent gespart, was immerhin 11 000 Euro Kosten ausmache.

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