Wie Vierjährige schulfähig werden

+
Eng eingebunden in den Info-Tag für die Eltern des Grundschuljahrgangs 2017/2018 waren auch die Leiterinnen und Leiter der Werdohler Kindertagesstätten. Sie gaben Hinweise auf die vielfältigen Möglichkeiten, alltagsintegrierte Sprachförderung zu leisten.

Werdohl - Die Eltern vierjähriger Kinder waren für Mittwochnachmittag von der Stadtverwaltung zu einer Informationsveranstaltung in die Grundschule Kleinhammer eingeladen worden. Es ging um die Frage, wie die heute Vierjährigen ihre Schulfähigkeit erwerben können.

Wesentlich – und damit Basis des Erfolges – sei die Sprache, so Fachbereichsleiter Michael Grabs. Das gelte für deutsch- und auch mehrsprachig aufwachsende Kinder gleichermaßen. Die alltagsintegrierte Sprachförderung in den Kindertagesstätten sei darauf ausgerichtet, den Wissensstand der Jungen und Mädchen auf mehr spielerische Art und Weise auf- und durch Wortschatzerweiterungen auszubauen.

Um den rund 50 erschienenen Eltern zu veranschaulichen, was sich hinter den angesprochenen Förderungen verbirgt, hatten die neun Werdohler Kindertagesstätten in drei Klassenräumen Stationen aufgebaut, an denen es zum Beispiel um Mathematik, Forschung, Physik oder den Umgang mit Nahrungsmitteln ging. Die Schulfähigkeit setzt sich aus sieben wichtigen Positionen zusammen: Gesundheitliche Voraussetzungen, motorische Fähigkeiten, personale und soziale Kompetenz, elementares Wissen, Fähigkeiten aus dem Bereich der Wahrnehmung und im Umgang mit Aufgaben.

Eine 23 Positionen umfassende Checkliste, die den Eltern neben weiteren Infos an die Hand gegeben wurde oder noch per Post übermittelt wird, macht deutlich, wie sie ihren Kindern helfen können. Das beginnt mit ausreichendem Schlaf (zehn Stunden) und einem geregelten Tagesablauf und endet mit der Konsequenz in der Erziehung, wonach „Nein“ auch „Nein“ bleiben muss. Dazwischen liegen zum Beispiel: Wenig Fernsehen, regelmäßig vorlesen, zu Bildern erzählen lassen, Lieder singen, kleine Gedichte lernen, gemeinsame Spiele (wie Memory), viel Bewegung, malen, Geräusche raten, leise sprechen, rechts und links, oben und unten unterscheiden, Farben und Formen erkennen, kleine Aufträge ohne Hilfe ausführen lassen, selbst anziehen, Ordnung halten oder auch warten üben.

Zu den 23 Stichworten werden auch detailliertere Förder-Empfehlungen gegeben. Das gilt für den Sport mit all seinen spielerischen Möglichkeiten oder die Feinmotorik genauso wie für den spielerischen Zugang zur Mathematik oder Physik. So könnten Kinder für die überall im Alltag gegenwärtigen Naturwissenschaften begeistert werden – etwa durch einfache Experimente, die ohne großen Aufwand auch zu Hause durchgeführt werden können. Dazu gibt es entsprechende Literatur in der Stadtbücherei und auch im Internet unter www.haus-der-kleinen-forscher.de. - Von Rainer Kanbach

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare