Stadtsportverband: Abschied von Völker

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Der stellvertretende Bürgermeister Dirk Middendorf, der neue Sportwart Dirk Hartig, Ex-Sportwart Wolfgang Tigges, Ex-Vorsitzender Rudolf Völker, Ex-Geschäftsführer Dieter Lötters, der neue Geschäftsführer Stefan Keggenhoff und Klaus Scharf vom Kreissportverband.

Werdohl - Lediglich 50 Minuten brauchten die knapp 60 Anwesenden bei der Delegiertenversammlung des Stadtsportverbandes, um eine Ära zu beenden. Drei führende Vorstandsmitglieder, die zusammen auf 56 Jahre aktive Vorstandsarbeit kommen, wurden am Donnerstagabend im Restaurant Haus Werdohl verabschiedet.

Dazu zählte der Vorsitzende Rudolf Völker. Zu seinem Nachfolger wurde in Abwesenheit Dr. Richard Müller-Schlotmann gewählt.

Ein letztes Mal hielt Völker, der 18 Jahre lang den Vorsitz inne hatte, seinen Jahresbericht. Dabei informierte er die Delegierten darüber, dass in der jüngsten Sitzung des städtischen Sportausschusses bekannt geworden sei, die Stadt wolle sich 2017 von der Turnhalle Eveking und dem Rasenplatz auf dem Riesei trennen.

Gespräche der Verwaltung mit dem TuS Versetal und der FSV Werdohl, ob diese die Sportanlagen in Eigenregie übernehmen wollten, seien nicht positiv verlaufen, verkündete Völker weiterhin. Vielmehr überlege die Verwaltung laut Fachbereichsleiter Michael Grabs, den Schulsport etwa nach Neuenrade zu verlegen, so der scheidende Stadtsportverbands-Vorsitzende.

Die Anwesenden quittierten dies am Donnerstagabend mit Gelächter. Einer der Anwesenden bemängelte dann, dass die Vereine, die etwa Leichtathletik auf dem Rasenplatz auf dem Riesei trainierten, von der Verwaltung nicht angesprochen worden seien. Dies sei „ein Schlag ins Gesicht der Ehrenamtlichen“.

Der stellvertretende Bürgermeister Dirk Middendorf entgegnete: „Die Turnhalle in Eveking und den Rasenplatz auf dem Riesei aufgeben zu wollen, ist eine einseitige Meinung der Verwaltung. Eine derartige Entscheidung ist nicht gefallen.“

Weiterhin lobte Völker in seinem letzten Rechenschaftsbericht die Arbeit der Ehrenamtler in den Sportvereinen: „Gerade in den Übungsstunden werden zwischenmenschliche Kontakte geknüpft und gepflegt.“

Somit werde dafür gesorgt, „dass Menschen nicht abseits zu stehen brauchen“. Sie würden auf diese Weise „von den Sorgen des Alltags abgelenkt“. Und Kinder und Jugendliche profitierten durch den Sport in den Vereinen bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung.

Völker schloss einige persönliche Worte an seine Rede an: „Ich habe mich bemüht, ein guter Vorsitzender des Stadtsportverbandes zu sein“, blickte er zurück. „Es war eine schwere, aber auch eine schöne Zeit“, zog er Bilanz. Falls seine Hilfe erwünscht sei, werde er auch in Zukunft für seinen Nachfolger stets ein offenes Ohr haben, versprach er.

Da der Kassierer des Stadtsportverbandes, Uwe Krähahn, im Urlaub weilte, übernahm Völker dann auch den Kassenbericht. Er berichtete von einem kleinen Minus.

Bei den Grußworten hob der stellvertretende Bürgermeister Middendorf die Bedeutung des Ehrenamtes hervor. Er wünschte dem neuen Vorstand viel Glück. Klaus Scharf vom Kreissportverband lobte das im Vergleich zu anderen Städten rege Sportwesen Werdohls.

Marco Malcherek-Schwiderowski vom Werdohler Jugendamt wies auf das Bundeskinderschutzgesetz hin und warb für eine entsprechende Vereinbarung zwischen den heimischen Sportvereinen und dem Jugendamt.

1954 wurde der Werdohler Stadtsportverband gegründet. Völker stand ihm nun 18 Jahre lang vor. Ebenso lang war Wolfgang Tigges Beisitzer und Sportwart. Sogar zwei Jahrzehnte füllte Dieter Lötters das Amt des Geschäftsführers aus. Alle drei wurden von Scharf und Middendorf feierlich verabschiedet.

Einstimmig wählte die Delegiertenversammlung Müller-Schlotmann zum neuen Vorsitzender. Dieser ist seit Kurzem auch Vorsitzender des TuS Jahn Werdohl. Stefan Keggenhoff von der DJK Westfalia Werdohl wurde neuer Geschäftsführer. Sportwart ist künftig Dirk Hartig von der FSV Werdohl.

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