Ledigenwohnheim wird noch in diesem Jahr abgerissen

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Das ehemalige Ledigenwohnheim am Verseufer in Eveking soll noch in diesem Jahr abgerissen werden. 

Werdohl - Die Stadt Werdohl hat die Arbeiten zum Abbruch des ehemaligen Ledigenwohnheims an der Heimstraße in Eveking ausgeschrieben. Dies ist der erste Schritt auf dem Weg zur Renaturierung der Verse.

Die seit etwa 15 Jahren leerstehende Immobilie, in der in den 1960er-Jahren türkische Gastarbeiter untergebracht waren, ist im Laufe der Jahre zu einem echten Schandfleck geworden. Mittlerweile hat die Stadt Werdohl das Gebäude von den Erben des verstorbenen Altenaer Geschäftsmanns Chafic Itani erworben, und nun soll es beseitigt werden, ohne dass die Stadt selbst dafür allzu tief in die Tasche greifen muss. Möglich wird das durch die Wasserrahmenrichtlinie der EU, die festlegt, wie Gewässer wieder in einen sogenannten „guten Zustand“ versetzt werden sollen. Im konkreten Fall sollen das ehemalige Ledigenwohnheim abgerissen, der Uferverbau zurückgebaut, das Flussbett aufgeweitet und die naturnahen Sohl- und Uferstrukturen erhalten oder entwickelt werden. Nach Abschluss dieser Arbeiten soll die Verse in diesem etwa 1500 Quadratmeter großen Bereich naturnah gestaltet werden und vielen Lebewesen Lebensraum bieten.

385 000 Euro soll all das kosten. 90 Prozent davon fließen allerdings als Zuschuss, sodass die Stadt Werdohl selbst nur rund 38 500 Euro beisteuern muss. Die vorgeschlagenen Maßnahmen – unter anderem eine Flachwasserzone und Inselelemente, Störsteine und Totholz – würden sowohl von der Unteren Wasserbehörde (Märkischer Kreis) als auch von der Oberen Wasserbehörde (Bezirksregierung) begrüßt, teilte die Stadtverwaltung bereits im vergangenen Herbst mit.

Ein erster Schritt ist nun der Abriss des baufälligen ehemaligen Ledigenwohnheims und von vier auf dem Grundstück vorhandenen Stahlblech-Garagen. Die Räumung des etwa 850 Quadratmeter großen Geländes soll nach den Vorstellungen der Stadt noch in diesem Jahr erfolgen. Beginnen könnten die Arbeiten ab Oktober, dauern werden sie etwa zwei Wochen.

Während der Abriss der aufstehenden Gebäude also in wenigen Monaten erledigt sein sollte, ist die Renaturierung des Geländes und der Verse erst für Ende 2017 vorgesehen. Das teilte Peter Erwig, stellvertretender Leiter der Abteilung Bauen und Immobilienmanagement bei der Stadtverwaltung, auf Nachfrage mit. Für diese Maßnahme stehe der Bewilligungsbescheid der Bezirksregierung noch aus. Die Zusage der Zuschüsse erwarte er für Mai nächsten Jahres. „Die Umsetzung der Planung könnte dann nach den Sommerferien 2017 erfolgen“, erklärte Erwig.

Andere Maßnahmen zur Flussrenaturierung würden dagegen schon in diesem Jahr durchgeführt. Im Bereich des Schützenplatzes Altenmühle soll der Uferbereich der Verse zu einem flachen Kiesufer umgestaltet werden, außerdem sei die ökologische Aufwertung der Soppe durch ein sogenanntes Verzweigungsgerinne geplant. Die Kostenschätzung für beide Maßnahmen beläuft sich auf 162 000 Euro. Auch dafür soll es aber Landeszuschüsse geben.

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