Bei der Unterbringung unter Druck

Flüchtlinge: Stadt Werdohl bittet Bürger um Hilfe

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Das Haus am Grasacker ist bereits vor allem von Flüchtlingsfamilien bezogen worden.

Werdohl - Die Stadt ist bei der Unterbringung von Flüchtlingen unter starken Druck geraten. Fachbereichsleiter Bodo Schmidt hat im Namen der Bürgermeisterin die Werdohler Bevölkerung eindringlich darum gebeten, der Stadt Einliegerwohnungen und Appartements für Kleinfamilien, Geschwisterpaare und Ehepaare anzubieten.

Die Übergangswohnheime Osmecke und Grasacker sind so gut wie voll, seit Freitag wird die Funkenburg belegt. Provisorisch mussten hier zwei Ehepaare untergebracht werden. Die beiden Paare belegen allerdings zwei Wohnräume in der Funkenburg, die eigentlich bis zu zehn Männern Platz bieten sollten. Da man einem Ehepaar aber nicht noch drei alleinstehende Männer dazulegen kann, bleibt diese Unterbringungskapazität ungenutzt.

„Größere Familien bringen wir völlig unproblematisch im freien Wohnungsmarkt unter“, so Schmidt. „Uns fehlen kleine Einliegerwohnungen oder Appartements von privat, in denen wir Eheleute oder ältere Geschwisterpaare unterbringen können.“

Der ansonsten immer ruhige und gelassene Schmidt spricht gerade von einer sich zuspitzenden Dramatik. Das will aus seinem Munde wirklich etwas heißen. Mit einem Appell, den auch die Bürgermeisterin unterstütze, wendet er sich deshalb an private Vermieter in Werdohl.

Absolut dringend sucht die Stadt Wohnungen, die am besten sofort beziehbar und idealerweise möbliert seien. Vertragspartner für die Vermietung sei die Stadt, so Schmidt, die Mitarbeiter übernehmen selbstverständlich auch die Betreuung der Flüchtlinge in den Wohnungen. Bislang habe es überhaupt keine negativen Erfahrungen bei der Unterbringung von Flüchtlingen in Mietwohnungen gegeben.

Die nächsten vier bis sechs Wochen müssen mit Behelfsunterbringungen überbrückt werden. Dann werden die beiden Untergeschosse im Flüchtlingsheim Im Winkel bezugsfertig sein. „Bis dahin stehen wir unter ganz enormen Druck und behelfen uns mit Notlösungen“, erklärt Schmidt. Die Stadt sei dringend auf die Hilfe privater Vermieter angewiesen. Jede Woche kommen zehn neue Flüchtlinge nach Werdohl, mit dem gestrigen Zuzug seien es um die 200 Menschen. Immer wieder müssten Flüchtlinge von hier nach da umziehen. Schmidt: „Kaum hat einer irgendwo sein Bett gemacht, muss er wieder woanders hin.“ Das sorge nur für absolut überflüssigen Aufwand und für Unruhe.  

Über seriöse Wohnungsangebote freuen sich Bodo Schmidt, Tel. 0 23 92/917 319 und Heidrun Manns, Tel. 0 23 92/917 324.

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