Stadion Riesei bleibt erhalten: Jahnturnhalle vor dem Ende

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2008 bekam die Jahnturnhalle neue Fenster. Die beiden Hallen im Gebäude haben hohen Investitionsbedarf. Die Stadt schlägt vor, die Halle ganz aufzugeben.

Werdohl - Es gibt überraschende Entwicklungen in der Auseinandersetzung um die Schließung von Sportstätten: Die Verwaltung hat sich offensichtlich davon überzeugen lassen, Naturrasenplatz und Leichtathletikanlage Riesei doch zu erhalten.

Stattdessen soll zum Jahresende die Jahnturnhalle aufgegeben werden, um das vereinbarte Sparziel zu erreichen. Die Verwaltung bleibt beim Vorschlag, auch die Turnhalle Eveking zu schließen. SPD und WBG haben sich dagegen ausgesprochen – bei einer Kampfabstimmung hätte diese Allianz sogar eine Mehrheit. 

Die erste Veränderungsliste zum Haushalt, öffentlich am Montagabend dem Hauptausschuss vorgelegt, beschreibt die neue Situation. Bislang war der Verwaltungsvorschlag so, Stadion Riesei und Sporthalle Eveking zu schließen. Beide Anlagen würden für den Schulsport nicht mehr gebraucht, so war bislang die Argumentation. Auf diese Weise könnten 76.000 Euro pro Jahr eingespart werden, hinter dieses Sparziel können weder Verwaltung noch die Fraktionen zurück. 

In die Leichtathletikhalle investieren

In der Veränderungsliste ist als Verwaltungsvorschlag formuliert, das Stadion Riesei zu erhalten und in die Leichtathletikanlage zu investieren. Um dennoch das Sparziel zu erreichen, so argumentiert die Verwaltung, müsse neben der Turnhalle Eveking noch eine weitere Sportanlage geschlossen werden. Durch den Vorsitzenden des TuS Versetal kam im Arbeitskreis Sportstätten die renovierungsbedürftige Jahnturnhalle in den Blick. Die Verwaltung erklärt, dass auch diese Halle nicht für den Schulsport gebraucht wird und schlägt vor, sie zum Jahresende zu schließen.

Das alles fand bis jetzt ohne öffentliche Diskussion statt. Der Arbeitskreis Sportstätten tagte unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der Verwaltungsvorschlag wurde am Montag im Hauptausschuss – ohne Diskussion – aus der anschließend beschlossenen Veränderungsliste ausgeklammert. 

Schulsportlicher Bedarf am Riesei

Fachbereichsleiter Michael Grabs erklärte gestern auf Nachfrage, dass bei der Sportanlage Riesei ein Sinneswandel bei der Verwaltung eingetreten sei: „Mehrere Schulen haben ihren schulsportlichen Bedarf am Riesei eindringlich dargestellt.“ Die Anlage könne deshalb nicht, wie vor Jahren beispielhaft vorgeschlagen, geschlossen werden. Stattdessen sollen 50.000 Euro in die Sanierung der Laufbahn und der Weitsprunganlage gesteckt werden. 

Zur Aufrechterhaltung einer intakten Sportanlage soll ein Pflegevertrag für den Naturrasenplatz und Laufbahnen für 15.000 Euro Kosten jährlich abgeschlossen werden. Die Jahnturnhalle hat keine politische oder vereinsbezogene Lobby. Die Nutzer (Judo, Bogenschützen, DJK) könnten allesamt in die benachbarte Köstersberghalle umziehen. Damit könnten 37.000 Euro pro Jahr eingespart werden. 

Widerstand von SPD und WBG

Die Schließung der Turnhalle Eveking würde 39.000 Euro bringen. So wäre das Sparziel von 76.000 Euro erreicht. Widerstand gegen die Schließung der Halle in Eveking gibt es aktuell von der SPD und von der WBG. Aus diesem Grund ist der Punkt von der Veränderungsliste genommen und in den Rat verschoben worden. 

Die SPD hat in einem Antrag vorgeschlagen, die Halle für den Vereinssport zu erhalten und das Sparziel durch „überplanmäßige Einsparungen bei der Schülerbeförderung“ darzustellen. Alle Akteure sollten dazu ein „Gesamtkonzept“ entwickeln. 

Die WBG schlägt vor, in der Turnhalle ein Stadtteilzentrum zu installieren und die Leader-Förderung ins Spiel gebracht. Beide Fraktionen verfügen zusammen über 17 Sitze, das ist die Mehrheit im Rat.

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