TuS Versetal fühlt sich von der Politik im Stich gelassen

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Der Vorstand des TuS Versetal, hier Geschäftsführer Thomas Henkes, Vorsitzender Henning Meyer, 2. Vorsitzender Jens Vielhaber und Kassierer Uli Westendorf (von links) nahm Stellung zur drohenden Turnhallen-Schließung.

Werdohl - Sportlich betrachtet ist das Geschäftsjahr 2015/2016 in den drei Abteilungen des mit exakt 900 Mitgliedern drittstärksten Werdohler Vereins zwar gut oder zumindest zufriedenstellend verlaufen – aber der TuS Versetal hat ein riesengroßes Problem mit der Stadtverwaltung und der hiesigen Kommunalpolitik.

Der Vorstand als direkter Ansprechpartner für den Problemfall Turnhalle Eveking sieht sich von der Chefetage im Rathaus belogen, als „fünftes Rad“ in der Werdohler Sportwelt abgestempelt, von den zahlreichen Politikern aus dem Versetal im Stich gelassen und in eine Warteschleife bugsiert, die letztlich kaum mehr Raum für entscheidende Initiativen lässt.

Die immer wieder in Sachen Turnhalle Eveking von der Stadtverwaltung zitierte„ rege Kommunikation“ zwischen TuS Versetal und Stadt Werdohl „gab es nicht“, so stellte TuS-Vorsitzender Henning Meyer während der Jahreshauptversammlung des Vereins am vergangenen Freitag im Schützenheim in Altenmühle fest. Im Februar 2015 habe man eine erste Information aus dem Rathaus bekommen, dass die Turnhalle und das Stadion Riesei nach wie vor Bestandteil des Sparpaketes seien.

„Danach herrschte Stille“, allerdings auch von beiden Seiten, so Meyer. Erst in diesem Jahr habe es eine Einladung zu einer gemeinsamen Sitzung gegeben. Die von der Verwaltung angeführten diversen Telefonate in der Zwischenzeit habe es stets erst nach entsprechenden Veröffentlichungen im Süderländer Volksfreund gegeben. „Da ist einiges gelaufen, was nicht der Wahrheit entsprach. Uns wird im Rathaus das Wort im Munde umgedreht.“

Eveking, so Meyer weiter, sei in den Fokus gerutscht, weil die Turnhalle dort nicht mehr für den Schulsport genutzt wird. Inzwischen aber „ist uns verbindlich bekannt, dass ab 2017 auch die Jahn-Turnhalle nicht mehr für den Schulsport genutzt wird“, so die für die Mitglieder doch überraschende Auskunft des TuS-Vorsitzenden. Das jedoch sei von der Verwaltung bislang mit keinem Wort erwähnt worden, kritisierte Meyer.

Der TuS Vorstand sei in Übereinstimmung mit den Versetaler Abteilungs-Vorständen der Ansicht, dass in Sachen Turnhalle Eveking keine Entscheidung getroffen werden dürfe, solange nicht klar sei, wie die Weichen hinsichtlich der Werdohler Schullandschaft gestellt werden. Letzteres habe erste Priorität. Erst dann gehe es um Sporthallen-Fragen. Anzumerken sei in diesem Zusammenhang: Auch wenn es Investitionsbedarf gebe, so sei die Turnhalle Eveking „doch in einem Top-Zustand“, ganz im Gegensatz zur Jahn-Turnhalle. „Hier ist der Zustand deutlich schlechter“.

Antworten auf Fragen zu dieser neuen Situation habe man nicht bekommen. „Man lässt uns im Regen stehen“, so Henning Meyer. Die Situation berge zudem noch eine weitere Brisanz in sich: „Was ist, wenn die Grundschule Kleinhammer umziehen muss und die dortige Turnhalle dann auch nicht mehr für den Schulsport gebraucht wird?“, fragte der Vorsitzende.

Das Verhalten der Bürgermeisterin Silvia Voßloh und des Fachbereichsleiters Michael Grabs gegenüber dem TuS Versetal und damit gegenüber den vielen Versetaler Bürgern sei nicht nachvollziehbar und in der Wertigkeit der Handlung schon diskriminierend. Deshalb, entschieden die Mitglieder einstimmig auf Vorschlag von Manfred Kehr, wolle man sich kompetente Unterstützung suchen, zumal „der Drops in Sachen Fördergelder für den Erhalt von Turnhallen längst noch nicht gelutscht“ sei. Städte in der Nachbarschaft seien in dieser Hinsicht schon um einiges weiter.

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