An der evangelischen Grundschule in Werdohl-Ütterlingsen

Gutachter: 350.000 Euro teurer Spielplatz hat gravierende Sicherheitsmängel

+
Seit Freitagmittag ist der öffentliche Spielplatz an der evangelischen Grundschule abgesperrt.

Werdohl - Der Spielplatz an der evangelischen Grundschule in Ütterlingsen ist seit Freitagmittag gesperrt. Ein externer Sachverständiger hat den Platz vor vier Wochen routinemäßig geprüft. In seinem Gutachten habe dieser auf „gravierende Sicherheitsmängel“ hingewiesen, teilte Fachbereichsleiter Bodo Schmidt mit.

So liege das Beton-Fundament der kleineren Rutsche frei, weil der Erdboden darüber im Laufe der Zeit vom Regen weggespült worden sei.

Außerdem seien die Holz-Hackschnitzel, die den Boden rund um die Rutsche bedecken, nass und von einem Pilz befallen. Dadurch könnte auch das Holzgerüst der Vogelnest-Schaukeln faulen. Schon am Donnerstag ließ die Stadtverwaltung deshalb die Schaukeln wegräumen.

Rund um das Schaukelgerüst gibt es Bodo Schmidt zufolge ein weiteres Problem. „Die Hackschnitzel müssten eigentlich die Betonkante rund um den Spielbereich bedecken“, sagte der Verwaltungsmitarbeiter, der am Freitag gemeinsam mit Uwe Bettelhäuser und Garlet Maucher vom Baubetriebshof vor Ort war. Tatsächlich liegt dieser Betonrand aber frei.

An einem weiteren Klettergerüst habe der Gutachter außerdem sogenannte Fußfangstellen ausgemacht, an denen Kinder beim Spielen hängen bleiben könnten.

Zweiter Gutachter bestätigt Mängel

Bauhof und Stadtverwaltung zogen am Freitag einen weiteren Sachverständigen hinzu, der die im Gutachten aufgeführten Mängel bestätigte. Daraufhin sperrten Mitarbeiter des Bauhofes den Spielplatz umgehend mit Hilfe eines Bauzauns ab.

Weil Regen den Mutterboden mit der Zeit weggespült hat, liegen die Fundamente der Rutsche frei. Da soll nachgebessert werden.

Wie lange dort nicht gespielt werden darf, ist noch ungewiss. „Das wird sich nicht kurzfristig lösen lassen“, vermutete Bodo Schmidt. Stadtplaner Stefan Groß sagte, die Verwaltung werde mit allen Beteiligten Kontakt aufnehmen. Dazu gehören neben dem Tüv auch der Spielgeräte-Hersteller, das Dortmunder Planungsbüro Stadtkinder sowie das Unternehmen Green Team aus Sundern, das die Pläne umgesetzt hat. Wegen der Urlaubszeit werde es eine Weile dauern, bis er mit allen sprechen könne. „Ich genieße das mit Vorsicht“, sagte Groß mit Blick auf das erste Gutachten. Schließlich seien einige Mängel relativ schnell zu beheben. Außerdem könne es bei Naturprodukten wie Holz eben auch vorkommen, dass etwas kaputt gehe. „Solche Kosten kommen immer auf uns zu, aber normalerweise bleiben sie auch im Rahmen“, sagte Groß.

An anderer Stelle „müssen wir natürlich nachbessern“, so der Stadtplaner. Rund um Rutsche und Schaukel müssten neue Hackschnitzel als Fallschutz aufgeschüttet werden. Auch bei den freiliegenden Fundamenten soll nachgearbeitet werden.

„Aussage gegen Aussage“

Der Spielplatz wurde im Mai 2014 eingeweiht. Rund 350.000 Euro kostete der Bau, 80 Prozent dieser Kosten (280.000) wurden durch Fördermittel aus dem Stadtumbau West gedeckt. Die Stadt steuerte einen Eigenanteil von 70.000 Euro bei.

Eigentlich müssten die Hackschnitzel den Betonrand rund um die Spielgeräte bedecken.

Vor der Abnahme habe der Tüv noch einige Verbesserungen angemahnt, teilte Stefan Groß mit. So mussten an einigen Klettergerüsten zusätzliche Kerben oder Holzklötze angebracht werden, damit spielende Kinder nicht abrutschen können. „Wir haben das sehr genau gemacht“, sagte der Stadtplaner. Deshalb verstehe er nicht, wieso nun ein anderer Gutachter Mängel feststellen könne. „Wir müssen schauen, wie wir damit umgehen und wer wirklich Recht hat“, sagte Stefan Groß. „Zum Teil steht ja hier Aussage gegen Aussage“.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare