Täter lockert Schrauben und schneidet Seile an

Weitere böse Manipulationen an Spielgeräten in Werdohl entdeckt

Baubetriebshofleiter Uwe Bettelhäuser mit dem manipulierten Minibagger. Er ist ausgegraben worden, soll aber nach Erneuerung des Fundaments wieder aufgestellt werden. Bettelhäuser zeigt die Stelle, an der die Sicherung eines Bolzens entfernt wurde. Foto: Heyn

Werdohl - Auch nach dem Unglück mit dem am Dienstag auf dem Goethe-Spielplatz verletzten Kind wird weiter von einem Unbekannten böswillig an den Spielgeräten manipuliert. Mitarbeiter der Stadt haben festgestellt, dass am Donnerstag (8. September) Schrauben an Geräten so weit herausgedreht wurden, dass sie noch so eben hielten. An einem anderen Gerät fanden sich deutliche Schneidspuren an einem Seil. Die Kriminalpolizei nahm die Vorfälle am Freitagmorgen auf.

Fachbereichsleiter Bodo Schmidt und Baubetriebshofleiter Uwe Bettelhäuser erklärten am Freitag, dass es solche Vorfälle schon seit längerem gebe. Gelockerte Schrauben an Spielgeräten auf dem Goethe-Spielplatz seien erstmals vor drei Wochen aufgefallen. Damals habe man aber noch keinen kriminellen Hintergrund vermutet. Mitarbeiter seien davon ausgegangen, dass sich die Schrauben von allein gelockert hätten. Das müsse man rückblickend wohl anders sehen. Schmidt: „Wir haben da jemanden, der sich an den Spielgeräten zu schaffen macht. Ich kann es nicht fassen!“

Die Schrauben wurden teilweise mit einem Torx-Schlüssel herausgedreht. Das ist ein Werkzeug, das niemand üblicherweise dabei hat. Deshalb gehen Stadt und Polizei davon aus, dass es sich bei den Fällen nicht um den üblichen Vandalismus handelt. Die Manipulationen seien eine Straftat.

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Die Stadt prüft die Spielgeräte einmal jährlich durch einen externen Gutachter, alle vier Wochen führen städtische Mitarbeiter eine Funktionsprüfung und jede Woche eine Sichtprüfung durch.

Bei dieser Sichtprüfung am Montag ist nicht aufgefallen, dass einer der beiden Minibagger manipuliert worden war. Wie eine Mutter erklärt hat, sei das Gerät schon am Sonntag defekt gewesen. Offensichtlich wurde es aber am Montag – von wem auch immer – wieder lose zusammengesteckt.

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Am Dienstag verletzte sich dann der Junge daran schwer. Ersten Angaben zufolge schlug ihm ein Knauf ins Gesicht, das stimmt allerdings nicht. Tatsächlich hat er sich an der Schaufel verletzt. „Die muss oben gestanden haben“, rekonstruiert Bettelhäuser den Unfall. Die Schaufel habe aber nur oben stehen können, weil sich die Bedienhebel am Sitz verklemmt hätten. Das wiederum funktioniert laut Bettelhäuser nur, weil an dem Gerät die Sicherung von einem Bedienhebel entfernt worden sei. Jetzt werde jeden Tag kontrolliert, auch am Wochenende

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