SPD: Späinghaus kartet zurück

SPD: Späinghaus kartet zurück

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Hansjörg Sellhorst (links) ist seit 40 Jahren SPD-Mitglied, Susanne Späinghaus seit 25 Jahren. Beiden gratulierte Ortsvereinsvorsitzender Andreas Späinghaus.

WERDOHL - Krankheit, Verhinderung, Fußball – es gab einige Gründe, warum am Donnerstag lediglich 20 SPD-Mitglieder ins Haus Werdohl zu der Jahreshauptversammlung ihres Ortsvereins gefunden hatten. Dafür griff der Vorsitzende Andreas Späinghaus bei seinem Jahresbericht wortmächtig in die Vollen: Er verpasste dem neuen CDU-Vorsitzenden Detlef Seidel eine kräftige Replik auf Äußerungen, die dieser bei seiner Wahl im Februar dem nach Neuenrade verzogenen früheren SPD-Fraktionsvorsitzenden Matthias Wershoven mitgegeben hatte. Wershoven habe keine Sitzungen durch Kleinigkeiten und Nickeligkeiten in die Länge gezogen, wie Seidel damals gesagt hatte.

Die Behauptung Seidels, im Rat sei es nach dem Weggang von Wershoven sachlicher geworden, sei „hanebüchen, falsch und unfair“. Späinghaus bezeichnete Seidels Äußerungen als „dreist“ und „Quatsch“ und sagte: „Es ist schlicht und einfach eine Frechheit, so über ausgeschiedene Mitglieder des Rates, also ehemalige Kollegen, zu sprechen.“ Die Erklärung der CDU-Fraktion, in der Schulstandortdiskussion alles so belassen zu wollen, sei ein „taktischer Wortbruch“ gewesen, dazu habe die Bürgermeisterin „marionettenhaft“ geschwiegen. Späinghaus erklärte: „Hier geht es nicht um Kleinigkeiten und Nickeligkeiten, hier geht es um Verlässlichkeit und Ehrlichkeit.“

In seinem Jahresbericht räumte der Vorsitzende ein, dass sich der Ortsverband zuletzt vor einem Jahr im Februar getroffen habe. Er könne das auch erklären: „Der Parteivorstand hat nach den langen und intensiven Wahlkämpfen der letzten Jahre Zeit gebraucht, um sich zu erholen und wieder runterzufahren.“ Als Aktionen des Ortsverbands nannte Späinghaus die finanzielle Unterstützung des Flüchtlingsnetzwerkes, der Jugendfeuerwehr und der Singenden Grundschule, das 21. SPD-Fußballturnier und der vergebliche Einsatz für den Erhalt der Kfz-Zulassungsstelle.

Späinghaus berichtete, dass der alte SPD-Bus nicht mehr durch den Tüv gekommen sei und jetzt ein Fiat Doblo als Ersatz angeschafft wurde. Der Bus müsse aber noch so beklebt werden, dass er als SPD-Mobil erkennbar sei. Erfreulich sei, dass es mit der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus weitergehe. Zuletzt hatte sich kein Sprecher mehr gefunden, laut wurde über eine Auflösung nachgedacht. Gerd Külow habe sich für dieses Amt bereit erklärt, Späinghaus begrüßte ihn am Donnerstag als neues Parteimitglied. Külow bedankte sich und sagte, dass er sich selbst als Übergangskandidaten sehe. Schließlich stelle er mit seinen 81 Jahren keine Verjüngung dar.

Von den für lange Mitgliedschaft zu ehrenden Parteimitgliedern waren zwei am Donnerstag anwesend. Späinghaus bedankte sich bei Hansjörg Sellhorst für 40 Jahre Mitgliedschaft und bei seiner Frau Susanne für 25 Jahre Treue zur Partei. Horst Eversberg (50 Jahre), Cornelius Böttcher und Werner Reiter (40 Jahre) sowie Helga Schulz (25 Jahre) waren abwesend. Da der Kassierer krank und dessen Vertretung verhindert war, trug Fraktionsvorsitzender Wilhelm Jansen den Kassenbericht vor. Im Gegensatz zur Ortsunion, die keine einzige Zahl beim Finanzbericht genannt hatte – diese Bemerkung ließ sich Jansen nicht nehmen – beweise der SPD-Kassenbericht „Transparenz“. Der Bestand zum Jahresende 2015 lag bei 6327 Euro, gestartet war die SPD zu Jahresbeginn mit 3511 Euro.

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