SPD-Senioren hoffen auf Hilfe aus dem Ortsverein

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Mehr als 40 Teilnehmer strömten in die Gaststätte Haus Werdohl, um gemeinsam zu kegeln und zu essen. Möglicherweise war es die letzte Aktivität der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus.

Werdohl - „Wir hoffen, dass diese Arbeitsgemeinschaft in Zukunft eventuell wieder aufleben kann. Wir wünschen uns, dass der SPD-Vorstand mit dazu beitragen kann, die Vorstandspositionen zu besetzen.“ Mit diesen Worten begrüßte Wolfgang Becker, ehemaliger Sprecher der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus, am Dienstag mehr als 40 Senioren zum Nikolauskegeln im Haus Werdohl.

Dass es die letzte Weihnachtsfeier der SPD-Seniorengruppe sein könnte, daran mochte an diesem Nachmittag aber niemand denken. Zur Erinnerung: Während der Jahreshauptversammlung im Oktober hatte sich das bisherige Vorstandsteam – Sprecher Wolfgang Becker, Dieter Gierse und Dieter Kohl – nicht mehr zur Wiederwahl gestellt. Im Rahmen der Versammlung erklärte sich jedoch auch niemand bereit, die Vorstandsarbeit zu übernehmen. Schon zu diesem Zeitpunkt hieß es, man wolle den SPD-Ortsverein um Hilfe bitten.

„Insbesondere das Sprecheramt muss jemand übernehmen, der deutlich jünger ist“, betonte Wolfgang Becker gestern erneut. Er selbst feiere im kommenden Jahr seinen 78. Geburtstag. „Wir haben niemanden in unseren Reihen, der zwischen 60 und 70 Jahre alt ist. Niemanden, der die Arbeit künftig übernehmen könnte“, bedauerte der ehemalige Sprecher.

Dennoch beweise der gut gefüllte Saal im Haus Werdohl, dass großes Interesse an der Arbeitsgemeinschaft bestehe. Deshalb wolle man sich jetzt noch einmal ganz offiziell an den SPD-Ortsverein wenden, kündigte Becker an und verwies auf eine „Eingabe“, die bereits kurz nach dem Beginn des Treffens am Dienstag viele Teilnehmer unterzeichnet hätten.

Mit dem Schreiben, das an den Ortsvereinsvorsitzenden Andreas Späinghaus adressiert ist, bitten die Senioren nun um Unterstützung – und unter anderem darum, „dafür zu sorgen, dass die gute Arbeit der AG auch zukünftig weitergeführt wird“.

Dieter Gierse werde die Unterschriften im Rahmen der nächsten Vorstandssitzung des SPD-Ortsvereins übergeben, kündigten die ehemaligen 60plus-Vorstandsmitglieder an.

Zudem werde sich der ehemalige Vorstand einer weiteren Mitarbeit nicht verschließen, stellte Becker fest. „Wir stehen gerne beratend zur Seite, wenn hier jemand bereit ist, das Ruder zu übernehmen.“ Jetzt hoffen die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft – deren Aktivitäten ab sofort erst einmal ruhen – auf die ersehnte Hilfe aus dem Ortsverein.

Im Jahre 1994 wurde die Arbeitsgemeinschaft 60plus auf Bundesebene gegründet, schon kurz darauf fanden sich in Werdohl engagierte Sozialdemokraten, die auf Ortsvereinsebene aktiv wurden. Auf der Internetseite der Werdohler SPD heißt es unter anderem, die AG leiste seniorenorientierte Arbeit, solle die Interessen der älteren Menschen in Werdohl aufgreifen, fördern und in die politischen Entscheidungsgremien der Partei einbringen.

Weiter ist dort zu lesen: „Die Arbeitsgemeinschaft bietet im Vorfeld den Bürgerinnen und Bürgern auch außerhalb der Partei Ansprache und Mitwirkungsmöglichkeiten.“ Genau wie auf Bundesebene zähle auch im Werdohler Ortsverein die Arbeitsgemeinschaft 60plus zu den „Aktivposten“ der Partei. Ab dem 60. Lebensjahr seien neben den Parteimitgliedern auch andere, an der Seniorenpolitik interessierte Bürger eingeladen, in der Arbeitsgemeinschaft 60plus mitzuwirken.

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