SPD-Landtagsabgeordneter Michael Scheffler besucht Sprach-Kita Sonnenschein

Sprachförderung für Kinder: „Mehr Zeit sehr wertvoll“

Werdohl - „Kinder lernen am besten, wenn sie gar nicht merken, dass sie lernen“, stellt Lothar Freerksema fest. Der Leiter des Awo-Familienzentrums Sonnenschein begrüßte gestern den SPD-Landtagsabgeordneten Michael Scheffler in der Kindertageseinrichtung an der Meilerstraße. Der Politiker wollte sich informieren, wie das Bundesprogramm Sprach-Kitas vor Ort umgesetzt wird.

„Bundesweit stehen für die nächsten vier Jahre 400 Millionen Euro zur Verfügung“, berichtete Tina Reers, Awo-Fachberaterin der Sprach-Kitas. Im Awo-Unterbezirk Hagen/Märkischer Kreis profitierten seit Januar zwölf Kindertagesstätten in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt von dem Bundesprogramm. In diesen Sprach-Kitas stünde seitdem jeweils eine halbe Stelle zusätzlich zur Verfügung; an der Meilerstraße in Pungelscheid hat sich die Erzieherin Larissa Wenker in das Thema eingearbeitet.

„Ich habe jetzt mehr Zeit für die Kinder – und die ist sehr wertvoll“, beschreibt Wenker. Jetzt sei es ihr möglich, gruppenübergreifend zu arbeiten. „Ich kann die Kinder passend mischen; und in kleinen Gruppen trauen sich auch diejenigen aus sich heraus, die ansonsten gar nichts sagen würden“, hat die Erzieherin festgestellt. Sprachlich gefördert würden die Mädchen und Jungen im Rahmen unterschiedlicher Aktivitäten. Experimente stünden ebenso auf dem Programm, wie Gesellschaftsspiele – oder auch Rollenspiele, die aus Sicht der Erzieherin besonders geeignet sind, um Sprachkompetenz zu erweitern.

Gefördert werden nicht nur Kinder mit Migrationshintergrund – in der Kita Sonnenschein sind das etwa 50 der insgesamt 90 Mädchen und Jungen – sondern auch Kinder aus deutschen Familien. Zudem kommen nicht nur die Kinder mit sprachlichen Defiziten in den Genuss der Sprachförderung, sondern alle Mädchen und Jungen ab einem Alter von etwa drei Jahren.

Larissa Wenker ist es wichtig, auch die Eltern einzubinden: „Sie sollen wissen, was wir hier machen und sich beteiligen.“ Sie wolle die Kinder beispielsweise ermutigen, die im Kindergarten durchgeführten Experimente auch zu Hause vorzuführen und zu beschreiben. Auch Bilderbücher möchte sie dem Nachwuchs mit nach Hause geben. „Selbst wenn die Eltern die Beschreibungen nicht lesen können, können sie dennoch über die Bilder sprechen“, stellt die Erzieherin fest.

Wie die Sprachförderung in den Kitas umgesetzt wird, die vom Bundesprogramm profitieren, wird regelmäßig abgefragt. „Jedes halbe Jahr gibt es ein Monitoring“, berichtet Tina Reers. Kinder mit besonderem Förderbedarf profitieren laut Freerksema von der guten Zusammenarbeit des Familienzentrums mit Logopäden und Frühförderstellen: „Wenn wir bemerken, dass die Förderung hier nicht ausreicht, leiten wir die Kinder natürlich weiter.“

Im Gespräch mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Michael Scheffler zeigte Lothar Freerksema aber nicht nur die Vorteile einer Sprach-Kita auf, er hatte auch etwas auf dem Herzen: „Wir würden uns wünschen, dass auf den vielen guten Projekten und Programmen, die es mittlerweile auf vielen Ebenen gibt, ein großes Paket geschnürt wird. Das würde uns die Arbeit sehr erleichtern.“ Momentan müsse viel Zeit investiert werden, um herauszufinden, aus welchem Fördertopf aktuelle Anschaffungen für die Kita bezahlt werden könnten.

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