Sozialamt: Vollzeitstelle für Flüchtlingsbetreuung

Fachbereichsleiter Bodo Schmidt berichtete, dass im Sozialamt eine Vollzeitstelle für den Bereich der Flüchtlingsbetreuung geschaffen werden soll.

Werdohl - Die Verwaltung will im Sozialamt personell aufstocken, um sich künftig intensiver um Flüchtlinge kümmern zu können. Während der Sitzung des Sozialausschusses sagte Fachbereichsleiter Bodo Schmidt am Dienstag: „Wir wissen, dass wir die soziale Betreuung noch verbessern müssen und werden so schnell wie möglich für Verstärkung sorgen.“ Der Fachbereichsleiter kündigte an, eine Vollzeitstelle einrichten zu wollen.

Die Aufgaben, die von dieser Stelle aus erledigt werden sollen, seien vielfältig. Unter anderem solle die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe Werdohl, die unverzichtbare Arbeit leiste, Unterstützung erfahren. Zudem sei geplant, die heimischen Vereine mit in die Flüchtlingsbetreuung einzubinden, sagte Schmidt nach einer entsprechenden Anfrage der stellvertretenden Ausschussvorsitzenden Jana Gester (SPD). Insgesamt solle demnächst im Sozialamt im Bereich der Flüchtlingsbetreuung auch viel mehr koordiniert werden als bisher.

Nach gestrigem Stand seien 276 Flüchtlinge in Werdohl aufzunehmen. „Das ändert sich allerdings täglich“, stellte der Fachbereichsleiter fest. Auch aus diesem Grund sei es schwierig, Kosten zu beziffern. „Und es ist viel Bewegung in der Frage“, sagte Schmidt. Die Zuschüsse von Land und Bund würden deutlich höher ausfallen als zunächst angenommen. Die Verwaltung müsse ihre Rechnung nun mit dem Regierungspräsidenten in Arnsberg abstimmen. Schmidt verwies auf die Sitzung des Hauptausschusses am Montag: „Ich hoffe, dann Zahlen nennen zu können.“

Überholt sei auch die Information, dass keine Mittel im Haushalt bereit stünden, um das Übergangswohnheim am Deipschlader Weg erneut bezugsfertig zu gestalten. „Wir werden Beträge einstellen, um die Deipschlade kurzfristig wieder in Betrieb nehmen zu können“, kündigte der Fachbereichsleiter an.

Jana Gester stellte fest, dass in Zusammenhang mit den sogenannten „sicheren Herkunftsländern“ auch über Abschiebungen gesprochen werde. Sie erkundigte sich, wie dieses Verfahren ablaufe. Er habe sich bemüht einen Vertreter des Ausländeramtes Märkischer Kreis zur Sitzung einzuladen, der solche Fragen beantworten könne. „Ich weiß nur, dass Abschiebungen praktisch nicht stattfinden. Die Gründe kenne ich nicht“, sagte der Fachbereichsleiter. Allerdings scheine es so, dass Neuankömmlinge aus den Balkanländern jetzt in den zentralen Aufnahmeeinrichtungen festgehalten würden. In Werdohl kämen keine Menschen aus diesen Ländern mehr an.

Dieter Gierse (SPD) wollte wissen, ob die Verwaltung Erkenntnisse bezüglich der Flüchtlinge mit Bleibeperspektive habe. „Bei den Flüchtlingen, die aus dem Bereich des ehemaligen Jugoslawien kommen, könnte es sein, dass wir sie nicht auf Dauer behalten. Was alle anderen angeht, denke ich, dass sie hierbleiben werden“, sagte Schmidt.

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