SoVD wächst immer weiter

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Vorsitzende Sieglinde Mycer (hinten links) zeichnete langjährige Mitglieder des SoVD aus, darunter auch den zweiten Vorsitzenden (vorne rechts) Helmut Köhler für 25 Jahre. Ebenfalls ein Vierteljahrhundert dabei ist Friedhelm Kurz. 20 Jahre beim SoVD ist Marianne Bräucker (2.v.l., hintere Reihe). Johanna Czech (vorne links) und Anneliese Vogt (r.) sind seit zehn Jahren Mitglied.

WERDOHL - Gewohnt kämpferische Stimmung beim Sozialverband SoVD: Die Mitglieder stimmten bei ihrer Jahreshauptversammlung dafür, dass der Vereinsbaum auf jeden Fall bleiben soll, der Verband aber nichts dafür bezahlen möchte. Das Schild am Vereinsbaum könnte man ja einfach selbst saubermachen. Der Baum sollte auch am besten an der Lennepromenade aufgestellt werden, schlug der zweite Vorsitzende Helmut Köhler vor.

Der Sozialverband ist eine Interessenvertretung in der Regel für ältere und behinderte Menschen, die Mitglieder sind ziemlich unerschrocken. Vorsitzende Sieglinde Mycer leitete die Jahreshauptversammlung am Freitagnachmittag im Ütterlingser Krug. Wahlen standen nicht auf der Tagesordnung, so war ein wenig Zeit, über die Berichte zu diskutieren. Den Vorstand repräsentieren neben Sieglinde Mycer und Helmut Köhler die Kassiererin Barbara Mycer, die Schriftführerin Heike Mycer und die Frauensprecherin Angelika Herrmann.

Vorsitzende Mycer präsentierte die Mitgliederzahl, mit aktuell 362 Mitgliedern ist die Werdohler Gruppe der zweitgrößte Ortsverband im Kreis. Mycer ist auch Kreisvorsitzende. Stärker als Werdohl ist nur noch Altena. Dort gibt es eine Besonderheit, die den Werdohler Verband auch ein paar Mitglieder gekostet hat. Die Altenaer hatten nach vielen Jahren Streit keinen eigenen Vorstand zusammenbekommen. Einige Werdohler SoVD-Mitglieder haben sich entschlossen, im benachbarten Altena den Ortsverband zu leiten. Deshalb mussten sie den Werdohler Verband verlassen. So ist es zu erklären, dass Ende des Jahres 2014 kurzfristig der Höchststand an Mitgliedern von 382 erreicht wurde, zum Januar 2015 aber ein paar nach Altena übergewechselt sind und die übliche Fluktuation hinzukam. Ob man wohl ‘mal die 400er-Grenze schaffen kann, fragten sich am Freitag die Mitglieder. Sieglinde Mycer freute sich jedenfalls, dass der Verband auch in diesen Zeiten „immer noch Zuwachs“ habe.

Eigentlich hätte auch die regelmäßige Sprechstunde gestrichen werden sollen, berichtete Mycer, weil es keine Beratungen mehr ohne vorherige Terminabsprache geben soll. Es werde jetzt ein halbes Jahr lang getestet, ob sich die Mitglieder vor der Beratung auch anmelden würden.

Gesunde Konkurrenz belebt das Geschäft, und so stellte Sieglinde Mycer fest, dass die Mitglieder zumindest vom Beitrag und den weiteren Kosten her besser beim SoVD aufgehoben seien als beim Sozialverband VdK. Auch die anwaltliche Beratung beim SoVD sei günstiger als die bei einem Fachanwalt. Mycer: „Wir haben Rechtsanwälte im Verband, der VdK nicht.“ Abgestimmt wurde auch darüber, dass zukünftig weiter ein Sommerfest gefeiert werden soll. Es sollen auch weiterhin Informationsveranstaltungen mit Referenten organisiert werden, auch wenn die nur sehr schlecht von den Mitgliedern besucht werden. Mycer war aufgebracht: „Wenn wir hier nur mit fünf, sechs Leuten rumsitzen, können wir es eigentlich vergessen.“

Bei der Diskussion um den Vereinsbaum machten auch Vorstandsmitglieder ihrem Ärger Luft. Kassiererin Barbara Mycer: „Ich finde es unverschämt, wie hier mit den Vereinen umgegangen wird.“ Sieglinde Mycer: „Wir sehen nicht ein, dass wir für etwas bezahlen sollen, was uns geschenkt wurde.“ Die CDU hatte vor 15 Jahren den Vereinsbaum der Stadt gesponsert. Auch der zweite Vorsitzende Helmut Köhler legte nach: „Das ist der größte Hammer, den es gibt.“

Von Volker Heyn

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