Sondierungsbohrungen an der B 229

Kampfmittelräumer Jürgen Fuchs befestigt den Bohrer an der dafür vorgesehenen Vorrichtung am Bagger. - Fotos: Kirsch

Werdohl - Riesige Bohrer schraubten sich am Mittwoch metertief in die Erde – Arbeiter der Firma Röhll sind derzeit im Auftrag des Landesbetriebes Straßen.NRW mit sogenannten Kampfmittelsondierungen an der B 229 beschäftigt.

Eine Sonde soll messen, ob dort Bomben im Boden liegen. Außerdem wird anhand der gewonnenen Kerne der Baugrund, insbesondere die Lage des Felshorizontes, untersucht. Das ist wichtig, um die statische Bemessung der Stützwände, die dort neugebaut werden sollen, durchzuführen.

Mit Bohrern und Sonden bewaffnet waren Jürgen und Reiner Fuchs von der Firma Röhll aus Düren am Mittwochmittag an der B 229 im Einsatz. Der Verkehr wird im Bereich der Kirchstraße derzeit einspurig an der Baustelle vorbeigeleitet. Zunächst sichteten sie den rund 300 Meter langen Bauabschnitt, an dem sie vier Bohrungen vornahmen. Die Stellen, an dem sie etwa zwei Meter tief, später dann bis zu sieben Meter, bohrten, liegen sehr weit auseinander, erklärte Jürgen Fuchs. Das sei ungünstig, da so das Bohrgerät und auch die Absperrpfeiler immer wieder verschoben werden müssten.

Zunächst waren die Männer mit Vorbohrungen beschäftigt. Die Bohrer haben einen Durchmesser von 120 Millimetern. Zwei Meter tief ging es in die Erde. Anschließend wurde die Sonde in den Boden gelassen. Sie baue ein Magnetfeld auf und reagiere auf mögliche Metalle, die sich im Boden befinden und auf Kampfmittel hinweisen, so Straßen.NRW-Pressesprecher Michael Overmeyer. Die Werte werden aufgezeichnet und anschließend ausgewertet. „Sobald wir auf irgendeinen Widerstand treffen, hören wir auf zu bohren“, sagte der Kampfmittelräumer.

Im Anschluss werden tiefere Bohrungen vorgenommen – „bis zu sieben Meter.“ Die Sondierungsarbeiten sollten bis spätestens Ende der kommenden Woche abgeschlossen sein. Im Anschluss wertet der Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe diese Messergebnisse aus.

„Erst nach Vorliegen der Sondierungsergebnisse und Freigabe des Arbeitsbereiches durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst können die geophysikalischen Messungen durchgeführt werden“, heißt es in einer Mitteilung. Die Baugrunderkundungen für den Neubau der Stützwand (wir berichteten), die eigentlich im Anschluss an die Kampfmittelsondierungen beginnen sollten, müssen aber in den August verschoben werden. Die Arbeiten hätten etwa zwei Wochen in Anspruch genommen, würden somit jedoch mit den Baumaßnahmen an der B 236 kollidieren. Die Bundesstraße wird zwischen Werdohl und Altena ab dem 26. Mai voll gesperrt werden. Die doppelte Belastung an der B 229 durch die Baugrunderkundungen und den Umleitungsverkehr der B 236 sei somit nicht mehr vertretbar, teilte Straßen.NRW mit.

Von Nathalie Kirsch

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