Großes Hollywood-Kino mit Werdohler Unterstützung

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Skisprung-Trainer Michael Schmidt (3. von rechts) und seine Schützlinge posieren in Oberstdorf zusammen mit dem Stuntkoordinator des Hollywood-Films, Vic Armstrong (3. von links).

Werdohl - In der kommenden Woche startet in den Kinos der Film über die Geschichte des englischen Skispringers „Eddie the Eagle“. Der Hollywood-Film ist mit wichtiger Unterstützung aus dem Sauerland entstanden: Der Werdohler Logistik-Unternehmer und Neuenrader Skisprung-Trainer Michael Schmidt war mit seinen Schützlingen an den Filmaufnahmen beteiligt.

„Bei der Premiere in München auf dem roten Teppich zu stehen und seinen Namen im Abspann eines Kinofilms zu sehen; das macht einen schon sehr stolz“, sagt Michael Schmidt, Geschäftsführer der Firma Haaf STS Logistik in der Schlacht.

Im Oktober 2015 klingelte bei dem Werdohler Geschäftsmann das Telefon. „Jemand vom Filmstudio Babelsberg sagte, dass sie mich und meine Skispringer für eine große Hollywood-Filmproduktion bräuchten“, erinnert sich Schmidt. Sonst seien er und seine Sportler im Ski-Weltcup unterwegs, um auf den jeweiligen Schanzen vorzuspringen und diese wettkampftauglich zu machen. „Ohne Vorspringer ist auch kein Wettkampf möglich.“ So sind – laut Schmidt – die Vorspringer die „Helden im Schatten“ für die großen Namen. Dies gelte auch für seine Erfahrungen beim Hollywood-Dreh.

Er selbst hielt den Anruf mit der Nachfrage zunächst für einen Scherz, bis es kurze Zeit später zu einem Treffen mit Vertretern des Filmstudios in Oberstdorf kam. „Sie wollten mich und meine Schützlinge aus mehreren Nationen als Sprung-Doubles für den Film.“

Schmidt – früher selbst aktiver Skispringer, bis er sich bei einem Sturz schwer verletzte – wurde ausgewählt, weil sich die Filmemacher erhofften, dass er langjährige Erfahrungen mit dem Parallelsprung-Stil haben würde. „Eddie the Eagle und die damaligen Sportler sprangen noch so. Heute wird nur noch im V-Stil gesprungen“, erklärt Schmidt. So ging es für die Crew zu zwei Lehrgängen, bei denen sie den alten Sprungstil neu lernten.

Mit insgesamt 18 Sportlern und zwei Trainern reiste Schmidt nach Oberstdorf. Dort – sowie in Garmisch-Partenkirchen und Seefeld – fanden die Filmaufnahmen statt. So traf Schmidt auch auf eine Film-Legende, den englischen Stunt-Koordinator Vic Armstrong, mit dem er sich von Tag eins an sehr gut verstand. Armstrong war früher das Stunt-Double für Harrison Ford in den Indiana-Jones-Filmen und hatte für Schmidt immer ein offenes Ohr: „Wenn ich sagte, es ist zu windig zum Springen und deshalb zu gefährlich, sagte Vic, dass dies okay sei“, erinnert sich der Trainer. Oberstes Gebot, egal ob Wettkampf oder Filmdreh, sei für Schmidt, dass sich keiner seiner Sportler in Gefahr begibt. „Skispringen geht nur ganz oder gar nicht. Es ist eine Extremsportart, die sehr in Relation zur Psyche steht“, sagt Schmidt, der selbst seit 35 Jahre im Bereich Skispringen aktiv ist. So ließ sich Schmidt auch nicht durch Geld beeinflussen, das ihm die Filmemacher boten, um seine Meinung zu ändern. „Die Gesundheit der Jungs, die mir auch über viele Jahre ans Herz gewachsen sind, ist mir wichtiger. Das lässt sich nicht mit Geld ausgleichen, wenn dann doch etwas passiert“, betont er.

Aber auch mit den Hauptdarstellern Hugh Jackman und Taron Egerton verstanden sich Schmidt und seine Sportler sehr gut. „Wir sind abends auch privat mit den Beiden losgezogen und hatten richtig viel Spaß zusammen. Jackman und Egerton waren supernett und kein bisschen arrogant.“

Eine eigene Schauspiel-Karriere reizt den 48-Jährigen nach seinen Erfahrungen nicht. „Das ist eine eigene Welt. Ich bleibe lieber beim Skisport und meinem Unternehmen. Ich habe lieber ein festes Standbein“, so Schmidt. Trotzdem bleiben für den Logistiker die Erlebnisse mit Hollywood eine unvergessliche Erfahrung.

Der Film „Eddie the Eagle – Alles ist möglich“ läuft ab kommender Woche in den deutschen Kinos. Zu sehen ist er unter anderem auch in Iserlohn und Hagen.

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