Grundschul-Förderverein: Vorsitzender sauer

Grundschul-Förderverein: Vorsitzender sauer

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Vorsitzender Mike Baumgärtel (3. von links) war mit der geringen Beteiligung der Mitglieder an der Jahreshauptversammlung nicht zufrieden. Alle sieben Teilnehmer inklusive Rektorin Christel Kringe (2. von links) diskutierten mehr als eineinhalb Stunden.

Werdohl - „Ich finde das unmöglich, dass nur so wenige da sind“, ereiferte sich Mike Baumgärtel, 1. Vorsitzender des Fördervereins der katholischen St.-Michael-Grundschule am Mittwochabend zur Eröffnung der Jahreshauptversammlung. Angesichts von nur sechs weiteren Anwesenden bei derzeit 111 Mitgliedern befürchtete er: „Die Eltern machen doch so mit kleinen Schritten diesen Verein kaputt.“

Zwar stünden Wahlen bei dem Verein erst im kommenden Jahr an, aber er sehe es schon kommen, dass dann nicht genügend Kandidaten gefunden würden, um den Vorstand komplett zu besetzen. Kassenprüfer Michael Tauscher vermutete: „Wenn wir jetzt auf Facebook eine Debatte über die Schule starten, haben wir 98 Prozent der Eltern dabei. Aber sich engagieren? Wir werden auch bei politischen Wahlen bald nur noch zehn Prozent Beteiligung haben.“

Schulleiterin Christel Kringe berichtete von den Auswirkungen der Sparzwänge im Rathaus. Zwar sei jüngst ein Zaun um das Schulgelände herum erneuert worden. Da sei aber auch Gefahr im Verzug gewesen. Nägel hätten hervor gestanden. Eine defekte Jalousie werde jedoch nicht repariert.

Vorsitzender Baumgärtel ergriff wieder das Wort. Finanziell sei der Förderverein besser aufgestellt als vor zwölf Monaten – und zwar trotz des großen Schulfestes anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Werdohler Bildungsinstitution und des Zirkusses, der an der St.-Michael-Grundschule gastierte und mit den Mädchen und Jungen eine Show einstudierte. Es habe erfreulich viele Spenden gegeben, warf Kassierer Markus Grote ein. Den Spendern sei noch einmal ausdrücklich zu danken, betonte er.

Von dem Geld wurden derweil auch für 450 Euro neue Bücher für die schuleigene Bücherei angeschafft – und damit offenbar genau der Geschmack der Schüler getroffen. Rektorin Kringe freute sich: „Sogar die Jungs, die sonst nicht so gerne lesen, sind total heiß auf die neuen Bücher.“ Der Förderverein beschloss umgehend, weitere neue Lektüren anzuschaffen. Kassierer Grote gab dann einen Überblick über die Einnahmen und Ausgaben. Größter durchlaufender Posten sei das Gehalt der Schulsozialarbeiterin Hannah Pfeil. Weitere Ausgaben fielen an für einen Ersatz-Hausmeister. Zwar gebe es offiziell einen Hausmeister, doch der tauche angeblich nie auf. Kringe erläuterte, dieser sei von der Stadt an zwei Schulen eingesetzt. Dienstags und donnerstags sei er offiziell an der St.-Michael-Schule. „Doch der ist nicht motorisiert und kommt nicht von Ütterlingsen in die Innenstadt.“

Der Förderverein plant, in den kommenden zwölf Monaten weiter sehr aktiv zu sein. Höhepunkt des Jahres werde am 4. September die Veranstaltung Rock für Kids. Auf dem Goethespielplatz wolle der Verein herzhaftes Essen anbieten. Bereits am 25. August wollen die Mitglieder des Fördervereins wieder ein Frühstück bei der offiziellen Einschulung neuer Kinder anbieten. Die Schulleiterin kündigte an, dass sie einen weiteren Spendenmarathon plane – entweder im Juli und somit noch vor den Sommerferien, oder aber danach, also im August oder September.

Im Rahmen der 100-minütigen Jahreshauptversammlung war auch die beschlossene Aufgabe des Rasenplatzes mit Stadion und Leichtathletikanlage auf dem Riesei ein lang diskutiertes Thema. Vereinsvorsitzender Baumgärtel nannte diesen Beschluss „dramatisch“. Die Schulleiterin befürchtete, dass künftig keine Bundesjugendspiele in Werdohl mehr stattfänden. Der Vorstand des Fördervereins versicherte ihr aber, dass der Verein alternativ die Fahrt der Schüler nach Plettenberg oder Neuenrade finanzieren werde.

Rektorin Kringe gab noch ihre Wünsche an den Förderverein bekannt. Zunächst übergab sie eine Liste mit Pausenspielgeräten, deren Anschaffung wünschenswert sei. Der Gesamtwert lag bei rund 1000 Euro. Weiterhin benötige die Schule neue Sitzgelegenheiten für den Pausenhof. Letztlich sei eine Neuanlage des sogenannten grünen Klassenzimmers dringend vonnöten. Diese solle im Herbst umgesetzt werden. Erste Ideen seien bereits vorhanden. Schließlich solle der Fördervein die Klassenfahrten wie gehabt bezuschussen.

Darüber hinaus plane die katholische Grundschule, künftig einen anderen Anbieter für die schuleigene Internet-Seite zu nutzen. Dabei fielen einmalige Umstellungskosten an. Der Vorteil sei eine drastische Zeiteinsparung bei zugleich deutlich mehr Möglichkeiten, die Web-Seite zu gestalten. „Bisher sind drei Lehrerinnen für die Pflege der Seite zuständig. Die verwenden darauf wöchentlich ‘zig Stunden“, hob Kringe hervor.

Schließlich führte die Schulleiterin die Mitglieder des Vorstandes in Kellerräume, die entrümpelt werden müssten. Eine Väter-Aktion wurde angeregt. „Diese Räume sind wunderbar“, schilderte Kringe, „um darin so einiges zu lagern, was bisher nur im Weg steht – oder irgendwo so versteckt ist, dass wir es nicht nutzen können.“

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