Seit Januar keine neue Zuweisung von Flüchtlingen: Lage in Übergangswohnheimen entspannt

+
Die städtische Übergangswohneinrichtung am Grasacker ist derzeit von einem Wasserschaden betroffen.

Werdohl - Die Frage, wie viele der in Werdohl lebenden Flüchtlinge dauerhaft in Deutschland bleiben könnten, war am Dienstag Thema in der Sitzung des Sozialausschusses.

„Wir werden nicht darüber informiert, wer als Flüchtling anerkannt wird“, sagte der städtische Flüchtlingsbeauftragte Michael Tauscher am Dienstag während der Sitzung des Sozialausschusses.

Er beantwortete damit eine Frage des SPD-Fraktionsvorsitzenden Wilhelm Jansen, der wissen wollte, wie viele der aktuell 252 in Werdohl lebenden Flüchtlinge wohl dauerhaft in Deutschland bleiben könnten.

Fachbereichsleiter Bodo Schmidt setzte den Ausschuss über die derzeitige Flüchtlingssituation in Kenntnis. Die Zahl der Frauen, Männer und Kinder, die nach dem Asylbewerberleistungsgesetz auf Hilfeleistungen angewiesen sind, sei von 345 auf 252 gesunken.

In einigen Fällen sei es zum Wechsel des Leistungsträgers gekommen, für sie sei nun das Jobcenter zuständig. Andere seien umgezogen, vereinzelt habe es Rückführungen gegeben. „Fakt ist, dass wir seit der zweiten Januarwoche keine Flüchtlinge mehr aufnehmen mussten“, stellte Schmidt fest.

Verteilmechanismus hat sich verändert

Der Verteilmechanismus innerhalb des Landes habe sich verändert. „Allerdings wissen wir nicht, ob wir auch bis zum Jahresende keine Flüchtlinge mehr aufnehmen müssen“, erklärte der Fachbereichsleiter. Die Situation in den Übergangswohnheimen sei derzeit entspannt – und das, obwohl das Übergangswohnheim am Grasacker momentan aufgrund eines großen Wasserschadens nicht genutzt werden könne. Bezüglich des Gebäudes am Deipschlader Weg bestehe aktuell kein Handlungsbedarf.

„Allerdings sollten wir das Gebäude weiterhin sichern, falls es doch noch einmal benötigt werden sollte,“ sagte Schmidt. Mittel zur Instandsetzung des Gebäudes seien für das kommende Jahr allerdings nicht in den Haushalt eingestellt worden, erklärte Schmidt auf Jansens Anfrage.

Sieben der insgesamt 45 von der Stadt Werdohl angemieteten Wohnungen für Flüchtlinge stünden derzeit leer. Es habe sich zudem gezeigt, dass ein Mieterwechsel unproblematisch sei: Die Vermieter hätten in der Regel kein Problem damit, den Mietvertrag direkt mit einem anerkannten Flüchtling abzuschließen, wenn die Stadt Werdohl nicht mehr in der Pflicht sei, sagte Bodo Schmidt.

Er erläuterte weiter, dass die Stadt inzwischen als Leistungsträger einer Flüchtlingsintegrationsmaßnahme der Bundesagentur für Arbeit anerkannt sei. 15 Menschen könne die Stadt theoretisch beschäftigen, die Maßnahme sei bis zum 31. Dezember 2020 begrenzt.

Allerdings wies Schmidt sogleich auf einige Wermutstropfen hin: Flüchtlinge ohne dauerhaftes Bleiberecht, die mitunter dennoch eine lange Zeit in Werdohl bleiben werden, dürften an dieser Maßnahme nicht teilnehmen.

Darüber hinaus seien viele der bereits anerkannten Flüchtlinge derzeit in Sprachkursen gebunden. „Und diese haben natürlich Vorrang“, sagte Schmidt

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare